Mosel - Radweg

Von Metz nach Koblenz
Vom 24. bis 30. Juni 2009

Autor: Klaus Donndorf

Womit fange ich meinen Reisebericht an über eine Landschaft und einen Fluss, von denen fast nur in Superlativen gesprochen und geschrieben wird ? Heinz Erhardt hätte gesagt. " Ich beginne mit dem Anfang..." und da mir der heute etwas schwer fällt, schreibe ich einfach mal ein wenig ab.

Ich soll mich - so mein bikeline-Buch - " zu einer besonders genussvollen Radwanderung vom weinverhangenen Moseltal verführen lassen" und den eigenwilligen Schleifen dieses Flusses, seinen Mäandern, folgen. Und war natürlich gespannt auf das grösste zusammenhängende Steillagenweinbaugebiet der Welt, wo seit rund 2000 Jahren der Wein - heute besonders der RIESLING - auf den mineralreichen Schieferböden angebaut wird. Also - denn mal los, Klaus !

Eigentlich wollte ich ja schon im April starten, aber das unbeständige Wetter, unsere mehr als 3 Wochen dauernde Küchenrenovierung, die Ostfrieslandfahrt und verschiedene andere wichtige Termine liessen mich die Tour immer wieder verschieben. Aber dann war es soweit und ich habe zum ersten Mal nicht auf das zu erwartende Wetter geachtet, sondern einfach den Fahrttermin festgelegt und alle Hotels per E-Mail vorgebucht. Das Wetter musste einfach mitspielen und bis auf den Gegenwind - wann bläst der hier schon mal von Osten - "passte sich auch alles gut".

bikeline-Buch »Mosel-Radweg« Auch diesmal habe ich wieder ein bikeline - Heft aus dem Verlag Esterbauer als Grundlage für meine Planung und während der Fahrt benutzt und zwar das vom
Mosel - Radweg
Von Metz an den Rhein
ISBN 978-3-85000-004-8 / 12.40 €

Zu beziehen im Buchhandel oder bei www.amazon.de



Was man von der Mosel wissen sollte:
  • Die Mosel entspringt in den Vogesen und mündet nach 544 Kilometern am Deutschen Eck in Koblenz in den Rhein.
  • Sie fliesst durch Frankreich, Luxemburg und die Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz und ist nach dem Rhein die zweitwichtigste Schifffahrtsstraße Deutschlands.
  • Der Name Mosel leitet sich von der keltischen Namensform Mosea über das lateinische Mosella ab, eine Verkleinerungsform von Mosa, der lateinischen Bezeichnung der anfangs parallel fließenden Maas.
  • Der Moselradweg von Metz über Trier bis Koblenz ist etwa 310 Kilometer lang.
  • Wie sagte vor Jahren mal ein Bekannter scherzhaft zu mir? "Bei dem Höhenprofil kannst Du die Fahrradkette praktisch abbauen..." - so sieht es aus:



Willkommen also im Moseltal...

  • in einem der reizvollsten Flusstäler Europas, das die Mosel mäandrierend in die devonischen Gesteine des rheinischen Schiefergebirges geschnitten hat.

  • in einem Klima, das den Wein gedeihen lässt und den Menschen angenehm ist, mit milden Wintern und warmen, aber nicht zu heißen Sommern.

  • in einer Landschaft, die geprägt ist von jahrtausendealter Besiedlung und in der die Dörfer mit ihren Weingärten eingebettet in die Wälder der umgebenden Bergrücken am Fluß liegen.

  • in einer Landschaft, die Besucher seit römischer Zeit zum Schwärmen bringt.

  • in einem Kulturraum, der zu den ältesten in Deutschland zählt und einer Weinregion mit mindestens zweitausend Jahren Tradition, die auf ihren Schieferhängen einen der besten Riesling - Weine gedeihen lässt.

    ...willkommen an der gastfreundlichen Mosel !

  • Mittwoch, 24. Juni

    Wecken um 4.00 Uhr früh, um 5.00 Uhr bringt Christiane mich zum Zug nach Dortmund, der pünktlich um 5.52 Uhr abfährt. Die Anschlüsse in Koblenz und Luxembourg klappen planmässig und so stehe ich um 13.00 Uhr vor dem Bahnhof in Metz (rechts). Die Sonne meint es sehr gut, es ist heiss und ich versuche, mich zu orientieren. Die Route zum Hotel hatte ich mir zuhause im Stadtplan angesehen und die wichtigsten Strassen und Plätze - Metz besteht fast nur aus einer Aneinanderreihung von Plätzen - stichwortartig notiert. Und das war gut, denn so habe ich das Hotel auf Anhieb gefunden.

    Auf meiner Fahrt durch Metz musste ich feststellen, dass man diese Stadt nicht als "radfahrerfreundlich" bezeichnen kann. Radwege oder -spuren gibt es nicht und die Autofahrer sehen und beachten dich auch nicht. Hier ist also grösste Vorsicht angesagt. Trotzdem stehe ich gegen 13.30 Uhr vor dem Hotel IBIS Cathedrale, 47 Rue Chambière, Tel. 03 / 87310173, checke ein, dusche und breche zu einer kleinen Stadtbesichtigung auf. Die wegen der Hitze nur sehr kurz ausfällt und sich im Wesentlichen auf die Cathedrale Saint-Etienne (3 Bilder unten) beschränkt.

    Die Kathedrale »Saint-Étienne« (deutsch: Stephansdom) in Metz wurde zwischen 1220 und 1520 im Stil der Gotik errichtet und gilt als eines der schönsten und größten gotischen Kirchengebäude in Frankreich. Sie dient als Bischofskirche des Bistums Metz. Das Kulturdenkmal steht unter Denkmalschutz.

    Der Neubau der heutigen Kathedrale wurde 1220 durch Bischof Konrad III. von Scharfenberg beschlossen. Dieser Neubau wurde erst 1520 vollendet. Von 1220 bis 1380 wurde mit dem Bau des Hauptschiffs begonnen und die beiden Türme bis zu einer Höhe von 45 Meter errichtet. 1359 wurde das Hauptschiff überdacht, von 1360 bis 1380 entstand das Gewölbe des Hauptschiffs. c

    Die Glasfenster mit den berühmten Glasmalereien wurden erst 1539 fertiggestellt. Ihre Fläche ist mit ca. 6500 m² die Größte in einer französischen Kathedrale. Einige später eingebaute Glasfenster wurden von Marc Chagall entworfen.

    Mich beeindruckt die Höhe des Mittelschiffes, mit sehr hohen Unter- und Obergaden und einem ebenfalls sehr hohen Triforium, die dem gesamten Innenraum eine entsprechende Grösse und Weite verleihen.

    In dieser Hauptstadt Lothringens mit über 300.000 Einwohnern herrscht ein lebhaftes Treiben, viele Spaziergänger sind unterwegs und die Strassencafes sind gut besetzt. Mir fallen die leckeren, süssen Pralinen und Törtchen in den Schaufenstern der Cafes und Bäckereien auf - die sehen alle sehr verlockend aus. Ich verkneife sie mir trotzdem. Schlendere dafür durch eine dieser für Frankreich so typischen Markthallen, wo neben Obst und Gemüse auch Fische und Fleisch und natürlich Wein angeboten werden. Entsprechen "duftet" es hier drinnen! Nur Mineralwasser gibt es nicht, das erstehe ich dann gut gekühlt in einer kleinen Bar am Wege.

    Das frühe Aufstehen und die lange Bahnfahrt fordern ihren Preis und nach einem einfachen, aber nicht ganz billigen Abendessen im Hotel beschliesse ich den heutigen Tag. Doch nicht, ohne mich noch für morgen nach dem Weg aus der Stadt hinaus orientiert zu haben. Und der fängt praktisch gleich vor meinem Hotel an - ganz so, wie geplant.
    Ein wenig Geschichte der Stadt Metz
    • Erste Besiedlungsspuren finden sich ab 3000 v. Chr. Metz, dessen alter keltisch-lateinischer Name Divodurum lautet, wurde in der spätrömischen Zeit nach dem dort siedelnden Keltenstamm Mediomatricum (in der hochmittelalterlichen Form Mettis) genannt.
    • Im Jahre 52 v. Chr. von den Römern erobert, entwickelte sich die Stadt zu einer der grössten Galliens.
    • Die Stadt war in merowingisch-fränkischer Zeit die Hauptstadt des fränkischen Ostreiches( Austrasien ). Metz ist der ursprüngliche Stammsitz der Karolinger.
    • Zwischen 1180 und 1210 wurde Metz Reichsstadt.
    • Im 14. Jahrhundert stieg Metz zur flächengrößten Reichsstadt auf und es entwickelte sich eine Stadtrepublik. Metz unterhielt damals einen regen Kontakt mit den italienischen Handelsstädten und beherbergte zahlreiche sogenannte „lombardische Kontore“, die das Geld- und Kreditgeschäft von Norditalien nach Metz brachten.
    • 1552 besetzte der französische König Heinrich II. die Stadt. Die Franzosen blieben in Metz, bis der Westfälische Frieden 1648 ihnen die drei Bistümer offiziell und endgültig zuerkannte.
    • Von 1871 bis 1918 (und de facto nochmals von 1940 bis 1944) gehörte Metz wieder zum Deutschen Reich.
    • Im Jahre 1944 bildete die Eroberung von Metz durch die Amerikaner den Höhepunkt der Schlacht um Lothringen.
    • Metz besitzt ein Universität, einen Binnenhafen, einen Flughafen und das Hauptauslieferungslager für Frankreich der Firma IKEA

    Donnerstag, 25. Juni

    Die Sonne scheint von einem makellos blauen Himmel, als ich um 7.00 Uhr aufstehe und nach einem einfachen, aber wenigstens nicht rein französischem Frühstück um 8.30 Uhr losradle. Erst nochmal kurz auf die Moselbrücke, »La Moselle« und einen Blick zur Kathedrale fotographiert (rechts und unten) und dann los. Nun muss man bedenken, dass der Moselradweg zwischen Metz und Thionville - noch - nicht beschildert ist. Aus der Stadt hinaus hilft mir noch der Stadtplan im bikeline - Heft, aber schon nach nur 1 Kilometer weist der mich auf die Rue di Fort Gambetta und diese Strasse sieht aus wie ein Autobahnzubringer. Da soll ich mit dem Rad fahren ?

    Ich frage einen Einheimischen und der weist mich genau in die Gegenrichtung - immer wieder die gleiche Erfahrung ! Also fahre ich nach einigem Zögern doch auf die Hauptstrasse und im Berufsverkehr ohne Randstreifen oder gar Radweg dicht an den Autos vorbei und über die Moselbrücke. Da war es wenigstens etwas hilfreich, dass die Autos nur im »Stop and Go« fahren konnten. Und gleich nach der Moselbrücke zweigt mein Weg rechts ab in ein Industriegebiet und es folgen mir nur wenige Autos - uff, das wäre geschafft !

    Aber wie geht es an einer Wegegabelung weiter, hier hört nämlich mein Stadtplan auf und ab jetzt bin ich voll auf die Beschreibungen im bikeline angewiesen. Die entsprechenden Karten kann ich nur zur ungefähren Bestätigung nutzen. Und Text lesen bedeutet, Lesebrille auf, lesen, orientieren und dann erst weiterfahren und das hält mich auf. Dabei ist es von Vorteil für mich, dass die Landschaft ringsum sowieso nicht sehr interessant ist, denn dafür habe ich kaum einen Blick.

    Hier füge ich mal eine kleine Leseprobe ein:

    »Dem Strassenverlauf auf gut 2 Kilometern folgen - in der starken Linkskurve nach rechts in eine kleine asphaltierte Strasse - an der nächsten Kreuzung geradeaus - noch vor dem Werksgelände, zwischen den beiden Kanälen rechts in die kleine Strasse - dem Strassenverlauf folgen - erneut über ein Gewässer (rechts), den Schildern zum Club Nautique nach - diese kleine Asphaltstrasse führt in die Ortschaft La Maxe - an der Ortsdurchfahrtsstrasse, der Rue Principale rechts - usw., usw !«

    Damit keine Irrtümer aufkommen - ich finde, diese Beschreibungen sind Spitze und den bikeline - Redakteuren gebührt höchstes Lob dafür !

    Ich fahre also durch La Maxe, über mehrere Brücken, unter der A 4 hindurch und an Hauconcourt und Talange vorbei nach Bousse. Vor Hauconcourt geht es ünter zwei Brücken hindurch und hier ist der Weg so schlecht, dass ich absteige und schiebe, um keinen Platten oder Schlimmeres zu riskieren. Bousse dagegen empfängt mich als »Ville fleurie«, ist also als Blumendorf ausgezeichnet worden (links). Der Ortsname leitet sich übrigens ab von dem deutschen Wort Buße und geht auf ein Kloster zurück, das sich hier mal befand.

    Jetzt sind es nur noch 10 Kilometer bis Thionville, aber bevor ich hier einfahren kann, gibt es noch reichlich Orientierungsprobleme. Die wird auch ein Radler aus Köln bekommen, mit dem ich kurz vor Thionville ins Gespräch komme - auch er sucht seinen Weg. Und will ohne jede Karte oder sonstige Orientierungshilfe nach Metz - nach meinen frischen Erfahrungen dürfte das schwer werden.

    Um 12.00 Uhr erreiche ich, allen Widrigkeiten zum Trotz, Thionville - die Stadt musste nach dem Krieg 1870 / 71 aufgrund des Frankfurter Friedens an Deutschland abgetreten werden und hiess damals Diedenhofen - doch noch und jetzt ist eine etwas längere Pause angesagt. Denn die Sonne meint es weiterhin sehr gut mit mir und in einem der vielen Stassencafes gönne ich mir ein Wasser avec gaz. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen, denn ab hier ist der Radweg beschildert (weiter unten rechts).

    Ab Thionville fahre ich am linken Moselufer, der Weg ist asphaltiert und führt durch schöne, grüne Natur. Die ich jetzt endlich auch mal geniessen kann, den Fluss unmittelbar zur Rechten. Ab und zu segelt ein Graureiher majestätisch über das Wasser oder eine Entenfamilie macht einen Ausflug. So macht Radeln Spass ! Aber bald schon tauchen links voraus vier mächtige Kühltürme auf (unten ) - das kann nur ein AKW sein. Und richtig - der Ort heisst Cattenom und das AKW dort mit seinen 4 Druckwasserreaktoren liegt ganze zwölf Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Im Jahre 2007 war Cattenom der größte Stromerzeuger Frankreichs.

    Da macht der Kirchturm der Kirche vom gegenüberliegenden Basse - Ham einen friedlicheren Eindruck (unten) und auch der Blick zur Mosel regt mich zu einem Foto an (unten links).

    Ab Cattenom muss ich bis Malling auf das rechte Moselufer wechseln, der Weg führt aber weiter am Fluss entlang und ist asphaltiert. Mal muss ich ein kurzes Stück an einer Hauptstrasse entlang fahren, ohne Radweg - aber das sind wirklich nur wenige Meter. Da fallen mir seit Metz eigentlich die wilden Müllkippen am Wege eher unangenehm auf - es sieht aus, wie an italienischen Parkplätzen. Da die Plastiktüten meist aufgeplatzt sind, verteilt sich der Müll im Umkreis von mehreren Metern. Kein sehr schöner Anblick !

    Ab Malling geht es wieder am linken Ufer weiter, dann wechsele ich ein weiteres mal bei Contz nach rechts und erreiche den Ort Sierk-les-Bains. Und dann ist auch schon Apach erreicht und das ist der letzte französische Ort. Die Grenze besteht heutzutage nur aus einem Schild, die merke ich fast garnicht (rechts) und bin gegen 15.00 Uhr in Perl, meinem heutigen Ziel. Aber eben noch nicht an meinem Hotel, dem Central-Hotel-Greiveldinger Bergstr.1, Tel. 06867 / 271. Um dahin zu gelangen, muss ich die tierisch steile Bahnhofstrasse in Perl hinauf schieben und ich habe den Eindruck, dass mich diese letzten Meter mehr schlauchen, als die 77 Kilometer seit Metz. Das Hotel ist einfach (z. B kein Tel. auf dem Zimmer), die 45,- € oberes Limit, aber das Essen - im Biergarten genossen - war sehr gut, wenn auch ohne Bratkartoffeln, nur Pommes !

    Meine heutige Tagesbilanz

    Gefahren 77 km Fahrzeit 5:29 Std. Durchschnitt 14,5 km/h Max 46 km/h Gesamt 77 km


    Freitag, 26. Juni

    Auch heute morgen ist der makellos blaue Himmel wieder hoch und weit über das Land gespannt, als ich pünktlich um 8.00 Uhr im Sattel sitze. Beim Frühstück kam ich mit einer Radlergruppe aus Saarbrücken ins Gespräch, die den Saarland-Radweg fuhren, auch etwa 350 Kilometer lang. Ihre Tagesetappen waren aber etwas länger, als meine. Sie selber aber auch deutlich jünger. Mein Plan sieht heute nur 51 Kilometer bis Trier vor, mal sehen, wieviel es dann am Ende wirklich werden.

    Nach einer rasanten Abfahrt die steile Bahnhofstrasse hinunter, fahre ich über die Moselbrücke hinein nach Schengen und bin jetzt in Luxemburg. Schengen ist an sich nur ein kleines Winzerdorf, aber europaweit durch das Schengener Abkommen bekannt geworden. Das Europa-Denkmal erinnert daran (unten).

    Zunächst geht es auf einem separaten Radweg durch Grünanlagen direkt am Fluss entlang nach Remerschen. Dann aber an der vielbefahrenen und damit lauten N 10 entlang, immerhin auf einem breiten Radweg. Nach Remich fahre ich kurz hinein, da mein bikeline-Buch von dem »französischen Flair« spricht, das hier spürbar werden soll. Ja - das kann man so sagen angesichts der vielen Bistros, in denen reichlich Gäste ihren Kaffee oder sonst was geniessen - eben eine richtige Touristenstadt. Die weinselige Figur auf dem Brunnen dreht sich (unten rechts).

    Ab Palzem geht es dann ohne Randstreifen auf dem »Strassenstrich« etwa 6 Kilometer weiter bis Ehnen (deutsch: Einen). Es folgen ganze 2 Kilometer mit und dann ab Wormeldange (rechts) weitere 7 Kilometer ohne Randstreifen, also wieder »im fliessenden Verkehr«. Und der fliesst reichlich, laut und schnell! Im Bild unten ist eine Situation mit breitem Randstreifen zu sehen.

    Da der Radweg ab dem Ort Grevenmacher links ab in die Weinberge führt, quere ich die Mosel erneut und fahre jetzt die letzten Kilometer bis Trier über Oberbillig, Wasserliesch und Konz auf dem rechten Ufer. Von Vorteil ist hier, dass es einen separaten Radweg gibt, der ruhiges radeln ohne stinkige Abgase erlaubt.

    Natürlich gibt es auf der Mosel auch einen regen Schiffsverkehr, wie der unten stehende Schnappschuss beweist.

    Ich freue mich auf Trier, denn es ist wieder sehr schwül und der Schweiss fliesst in Strömen. Ab und zu setze ich sogar den Helm ab. Um 14.00 Uhr bin ich am Ziel, finde auch mein vorgebuchtes Hotel Pieper, Fam. Becker, Thebäerstr. 39, Tel. 0651 / 25242 ohne Probleme (Zimmer zu 48,- € war i. O.) und kann mich für die Stadt landfein machen. Denn heute wird in Trier das jährliche Stadtfest eröffnet.

    Zwischen der Porta Nigra, dem Hauptmarkt mit dem Marktkreuz über Brot- und Fleischstrasse sind viele Verkaufsstände, Würstchen- oder Dönerbuden und natürlch Pavillons verschiedener Weingüter verteilt.

    Ich stärke mich mit einer Bratwurst und muss dann an einem Weingutstand verharren, weil ein heftiges Gewitter auf die Menschenmenge niedergeht. So komme ich in den Genuss von drei kleinen Weinproben und einem angeregten Gespräch mit der netten Winzerin und einem Trierer. Dabei stellen wir fest, dass es in Trier wie in Münster - beides Bischofsstädte - heisst:

    »Entweder es regnet oder es läuten die Glocken. Und wenn beides geschieht, dann ist Sonntag«

    Und noch etwas stellen wir einige Tage später während unserer Moselreise fest - die nette Winzerin war Frau Terges von dem bekannten Weingut Peter Terges aus Olewig, einem Vorort von Trier, persönlich.

    Eine kleine Bildergalerie Trierer Bilder:





    Ein wenig Geschichte der Stadt Trier
    • Trier wurde vor mehr als 2000 Jahren von den Römern unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet und beansprucht den Titel der ältesten Stadt Deutschlands.
    • Frühestens in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts wurde Trier Bischofssitz; erster Bischof war Eucharius
    • Unter der Herrschaft Konstantins des Großen (306–337) wurde Trier wieder aufgebaut und Gebäude wie die heutige Konstantinbasilika und die Kaiserthermen errichtet.
    • Ende des 5. Jahrhunderts kam Trier unter die Herrschaft der Franken. Durch den Vertrag von Verdun Lothringen zugeschlagen, wurde es unter Heinrich I. 925 dem Ostfrankenreich einverleibt.
    • Seit dem 10. Jahrhundert strebte Trier danach, reichsunmittelbar zu werden. 1212 erhielt die Stadt von Kaiser Otto IV. einen Freibrief, den Konrad IV. bestätigte.
    • Im Dreißigjährigen Krieg wurde Trier zweimal erobert, 1634 von den Spaniern und 1645 von den Franzosen.
    • Durch den Frieden von Lunéville (1801) gehörten die linksrheinischen Gebiete zu Frankreich; damit erhielten die Bewohner Triers die französische Staatsbürgerschaft.
    • Im Zuge der Befreiungskriege wurde Trier 1814 von preußischen Truppen eingenommen und gehört seit dem Wiener Kongress 1815 wieder zu Preußen.
    • Zum Stadtwappen: In Rot der stehende, nimbierte und golden gekleidete St. Petrus mit einem aufrechten, abgewendeten goldenen Schlüssel in der Rechten und einem roten Buch in der Linken. Die Stadtfarben sind Gelb-Rot.

    Meine heutige Tagesbilanz

    Gefahren 57 km Fahrzeit 3:35 Std. Durchschnitt 16 km/h Max 31 km/h Gesamt 134 km


    Samstag, 27. Juni

    Heute morgen gibt es keinen blauen, weitgespannten Himmel, sondern nur graue Wolken und dabei ist es schon um 8.15 Uhr, als ich losfahre, schwül. Bevor ich am rechten Ufer losfahre, mache ich noch ein Bild von der Römerbrücke (rechts). Die Geschichte dieser Brücke reicht zurück bis in das Jahr 14 v. Chr. und seitdem wurde sie mehrmals erneuert; erst aus Holz, später aus Stein. Sie soll die älteste Brücke in Deutschland sein - wieder so ein Superlativ ! Auch das erste Wegstück verdient einen solchen, aber im negativen Sinn. Denn obwohl es ein reiner Radweg ist, ist er sehr, sehr holperig und ich werde kräftig durchgeschüttelt.

    Deshalb versuche ich ab Pfalzel (was Kleine Pfalz bedeutet) wieder die linke Moselseite. Der Ort kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Ausser den Resten einer alten Burganlage (unten) steht in dem Ort das angeblich älteste Steinhaus Deutschlands.
    Bis Schweich ist der Radweg auch ganz gut zu fahren, doch ab hier wechseln sich wieder Strasse und Radweg im Wechsel ab über Mehring, Ensch und Klüsserath bis Trittenheim. In Schweich steht dieser alte Fährturm (unten) direkt an einem modernen Yachthafen

    Ein Blick auf die Karte zeigt mir, dass es ab Trittenheim wieder lange Zeit an einer Hauptstrasse entlang geht. Deshalb quere ich die Mosel hier erneut und fahre jetzt wieder rechts Richtung Neumagen-Drohn. Auch hier in Trittenheim stehen noch 2 alte Fährtürme am Ufer - das einzige »Pärchen« an der Mosel. Wenn man bedenkt, dass Fähren - genau wie Mühlen - ein bedeutender Rechtsbesitz der Grundherren waren, wird ihre Bedeutung in früherer Zeit deutlich.

    Was den Radweg angeht habe ich wohl richtig gehandelt, denn er führt jetzt wieder durch ein Weinbaugebiet (oben rechts). Immerhin etwa 4 Kilomter, dann erreiche ich Neumagen-Drohn, das gleich zwei Ehrentitel führt. Einmal ist er der älteste Weinort Deutschlands und das Rheinische Pergamon wurde bereits im letzten Jahrhundert zu einem Paradies für Altertumsforscher. Stellvertretend für die vielen Funde, die hier gemacht wurden, steht das Römische Weinschiff (unten links) - hier allerdings nur eine Kopie.

    Gegenüber diesem Weinschiff gibt es eine Bäckerei mit Café und dort raste ich bei einem vom Chef selbst geschmierten Brötchen und einem Haferl Kaffee. Dabei komme ich mit einem Rennradler aus Trier ins Gespräch, der heute am Samstag mal eben einen 100 Kilometer-Rundkurs absolvieren will. Die Hälfte hat er bereits geschafft - Respekt !

    Bei Piesport fahre ich kurz über die Brücke, um eine in der Karte verzeichnete »Römische Kelteranlage« anzuschauen. Obwohl zunächst Hinweisschilder da sind, hören die plötzlich auf und die Anlage finde ich leider nicht. Also wieder zurück und weiterhin schön durch ein Weinrebengebiet die letzten 12 Kilometer bis Bernkastel-Kues abgespult. Nur ab und zu muss ich mal eine kurze Rampe hinauf fahren.

    In Wintrich gibt es schöne Fachwerkhäuser, Gassen und Winkel, alte Weinhöfe und dieses kleine Standbild eines Weinbauern. Nach Brauneberg und Mülheim erreiche ich Bernkastel gegen 15.00 Uhr, erkundige mich telefonisch beim Hotel nach dem Weg und darf - na was wohl ? Richtig - nicht nur über die Moselbrücke, sondern dann auch noch ziemlich steil hinauf zum Hotel Volz, Lindenweg 18, Tel. 06531 / 6627 (Zimmer für 43,- € absolut i.O., allerdings kein Telefon auf dem Zimmer.)

    Ich erreichte das Hotel bei strahlendem Sonnenschein, doch kaum war ich in meinem Zimmer ging ein Weltuntergangs - Gewit-ter nieder, das einem Angst und Bange werden konnte. War ich froh, das nicht im Freien erlebt zu haben !!

    Um so mehr konnte ich ein hervorragendes Steak - vom Chef persönlich zubereitet - bei einem Glas trockenem Riesling geniessen (links).

    Meine heutige Tagesbilanz

    Gefahren 76 km Fahrzeit 4:58 Std. Durchschnitt 15,5 km/h Max 35 km/h Gesamt 210 km


    Sonntag, 28. Juni

    Zunächst zeige ich mal einen Blick aus meinem Hotelfenster über das Moseltal hin zu den Weinbergen - eine Landschaft, die begeistern kann.

    Heute, am Sonntag, werde ich den MOSEL - MAARE - RADWANDERWEG fahren. Dieser Radweg war ein Tipp von Manfred Lücke, einem lieben Bekannten aus Osnabrück und ist ein Fahrrad-Erlebnis der besonderen Art:

    Dort wo früher Züge schnauften, kann man heute auf einer Strecke von insgesamt 55 km zwischen Daun in der Eifel und Bernkastel-Kues über Viadukte, Brücken, durch ehemalige Eisenbahn-tunnel und eine wunderschöne Landschaft fahren. Das Besondere ist, dass der Weg auf der ehemaligen Bahnstrecke eine maximale punktuelle Steigung von 2,5% hat und nur selten über oder entlang von Verkehrsstraßen führt. Dank dieser relativen Steigungsfreiheit lässt sich die Landschaft der Maare und Vulkane bis hinunter zur Mosel nahezu mühelos erradeln.

    Danke, Manfred, für diesen Tipp !!

    Von dieser Sonntagstour zeige ich einfach ein paar Bilder



    In Bernkastel wieder angekommen, bin ich mal in den Ort gefahren, in dem heute am Sonntag aber soviele Rollatoren unterwegs und die Cafés und Eisdielen alle besetzt waren, sodass ich nur ein paar Fotos gemacht habe und dann in mein Hotel zum Abendessen gefahren bin. Das Farmersteak mit Folienkartoffel war auf den Punkt gegart und schmeckte vorzüglich!

    Meine heutige Tagesbilanz

    Gefahren 67 km Fahrzeit 3:15 Std. Durchschnitt 20 km/h Max 41,5 km/h Gesamt 277 km


    Monntag, 29. Juni

    Als ich heute morgen über die Moselbrücke ans rechte Ufer fahre, weil ich da - wenigsten zunächst - nicht so lange an einer Strasse entlang fahren muss - habe ich dieses Panorama von Bernkastel (links) vor mir und vom Berge grüsst die Burg Landshut (unten) zum Abschied. Auf dem Fluss sind schon einige Ausflugsschiffe aktiv.

    Ganz so toll ist mein Radweg dann doch nicht, aber wenigstens verläuft er separat zur B 53. Und Graach mit seinem »Graacher Himmelreich«, dieser bekannten Weinlage, lässt mich den holperigen Weg ein wenig vergessen.

    Überhaupt muss mal gesagt werden - die Landschaft hier an der Mosel mit den Weinbergen zu beiden Seiten und den vielen kleinen Winzerdörfern ist einfach zauberhaft. Der Radweg selber dagegen bekommt von mir nicht die volle Punktzahl, weil er zu oft an Strassen entlang verläuft. Und dazu noch manchmal ohne separaten Radweg.

    Vom linken Ufer grüsst der Ort Wehlen, rechts von mir sehe ich die dazugehörende »Wehlener Sonnenuhr«, auch eine weltbekannte Weinlage. Aber nicht nur, denn mit dieser Sonnenuhr hat es eine besondere Bewandtnis, von der auf einer Tafel neben dem Radweg zu lesen ist.

    Die Wehlener Sonnenuhr hoch oben im steilen Rebenhang ist das Wahrzeichen der gleichnamigen weltbekannten Weinlage. Erbaut 1842 durch Jodokus Prüm zeigt sie die wahre Ortszeit an (WOZ). Werden 32 Minuten hinzugezählt so erhält man die Mitteleuropäische Zeit (MEZ).

    Auch Zeltingen - Rachtig, der nächste Ort, erweist sich als sehr geschichtsträchtig. »Besser, als in manchen anderen Moseldörfern hat sich hier das charakteristische Strassenbild einer Winzergemeinde erhalten« - meint mein bikeline. 1247 liessen sich hier schon die Deutschordensritter nieder. Das nebenstehende Deutschherrenhaus aus 1769 mit dem ausgeprägten Mansardendach gehört zu deren Vermächtnis.

    Ich ergänze meinen Wasservorrat, denn die Hitze des Tages treibt den Wasserverbrauch in die Höhe und trinken ist absolut angesagt. So kann ich entspannt weiter durch Weinfelder, abseits vom Verkehr und in Sichtweite des Flusses Richtung Traben - Trarbach radeln. Dabei fällt mir der Schieferboden auf (unten), der die Sonnenwärme speichert und ja wohl dem Wein hier im Moseltal den spezifischen Geschmack mitgibt.

    Am gegenüberliegenden Ufer taucht die Silhouette von Kröv auf und hier sind ein paar Worte zu Krövs bekanntester Großlage, dem »Kröver Naktarsch« angebracht.

    Es gibt verschiedene Erklärungen dafür, wie es zu diesem anrüchigen Namen gekommen ist. Ich beschränke mich auf die Version, dass der hier gekelterte Wein so gut war bzw. noch ist, dass er mit himmlischen Nektar verglichen wurde. Aus dem Wort Nektar wurde dann Nacktarsch.

    Traben - Trarbach liegt auf dem linken Moselufer und so fahre ich die Rampe zur Brücke hoch und hinüber. Das Städtchen möchte ich mir schon ansehen und das Jugendstilpanorama entlang der Uferpro-menade (links) ist wirklich sehenswert. Und natürlich der Historische Stadtturm als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung (rechts).
    Selbstgezogene Weine

    Nach Enkirch fahre ich kurz hinein, aber das Örtchen schläft seinen verdienten Mittagsschlaf in der Hitze des Tages. Selbstgezogene Weine soll es hier geben (rechts) ! Das es in Zell, wohin ich nach Pünderich und Briedel gelange, eine »Schwarze Katze« gibt, ist bekannt. Man hat ihr sogar ein Denkmal gesetzt (unten). Zell ist mit 6 Millionen Rebstöcken eine der grössten Weinbaugemeinden an der Mosel.

    Besonders sehenswert ist das Kurfürstliche Schloss aus dem 15. Jhdt., in dem sich heute ein Hotel befindet. Und der Runde und der Eckige Turm oben in den Weinbergen. Sie sind Reste der ehemaligen Stadtbefestigung (unten).

    Über Merl führt mein Weg nach Bullay. Hier gibt es nicht nur eine Doppelstockbrücke - oben die Eisenbahn, unten die Autos - die den Ort mit der linken Moselseite verbindet, sondern auch eine Weinlage mit dem schönen Namen »Bullayer Brautrock«. Auch dazu gibt es eine Geschichte:

    Gegen Ende des 16. Jahrhunderts waren die gräflichen Kassen mal wieder leer, da man zu ausgiebige Feste gefeiert hatte. Damit nun der junge Grafensohn sein geliebtes Ritterfräulein ehelichen konnte, musste der Brautvater seinem zukünftigen Schwiegersohn einen Weinberg schenken. Damit dieser den Brautrock bezahlen konnte. Die Erlöse aus diesem Brautrockweinberg sollten ganz allein dem Fräulein zustehen, sollte der junge Graf auch durch eine ausschweifende Lebensweise die Kasse zu sehr belasten - hört sich doch gut an, oder ?

    Im Ort steht dazu ein Brunnen mit der Figur des Fräuleins (unten).

    Eins habe ich noch nicht erwähnt und das sind die vielen Campingplätze, an denen ich im Lauf der Tour vorbeigekommen bin. Subjektiv habe ich den Eindruck, dass es mindestens bei jedem zweiten Ort einen solchen gibt. Und die sind alle gut besucht, wobei auch viele holländische Nummernschilder zu sehen sind. Die Stillleben, die sich mir beim Vorbeiradeln bieten, gleichen sich - entweder sitzt man vor den Wohnwagen schon vormittags bei einer Flasche Bier mit Nachbarn zusammen oder hält ein Nickerchen - chacun a son gout !

    Auf mich warten aber zwei weitere interessante Punkte. An einer Moselschleife zwischen Neef und Eller steht die Ruine des ehemaligen Klosters Stuben (1137–1802), einem ehemaligen Augustiner-Chorfrauen-Stift (unten links). Und gleich gegenüber sehe ich den mit cà. 70 % steilsten Weinberg Europas (unten rechts), durch den der »Calmonter Klettersteig« führt.

    Das Wegestück zwischen Kloster Stuben und Senheim - immerhin etwa 8 Kilometer - sollte man aus dem Moselradweg streichen. Hier geht es nicht nur nicht asphaltiert weiter, wie bikeline meint, sondern es ist grösstenteils ein Waldweg der schlechtesten Sorte. Das machte nun wirklich keinen Spass, wie man hier durchgeschüttelt wurde. Und da konnte ich noch von Glück sprechen, keinen Platten oder eine gebrochene Speiche bekommen zu haben. War ich froh, als dieses Wegestück hinter mir lag ! So froh, dass ich hier in Senheim eine längere Pause gemacht und einen leckeren Salatteller gegessen habe. Bei Beilstein ein Blick hinauf zur Burg Metternich (links) - Burgen gibt es hier ja auch zuhauf - und dann taucht Burg Cochem (rechts) vor mir auf und signalisiert mir, dass ich mein heutiges Ziel erreicht habe.

    Da ich am rechten Moselufer bin und somit in Cond ankomme, muss ich über die Brücke, dann sofort links auf die Moselpromenade und schon stehe ich vor meinem Hotel Weinhof, Moselpromenade 27, Tel. 02671 / 7462, mit einem Zimmerpreis von 37,- € das preiswerteste Hotel dieser Tour. Und heute Abend werde ich mir endlich mal eine Käseplatte zu meinem Moselriesling bestellen - aber nicht, bevor ich einen kleinen Rundgang durch den Ort gemacht und zwei Flaschen Riesling für zuhause gekauft habe. Christel und ich müssen diesen Wein doch mal gemeinsam kosten.

    Meine heutige Tagesbilanz

    Gefahren 86 km Fahrzeit 5:32 Std. Durchschnitt 16 km/h Max 35.8 km/h Gesamt 363 km


    Dienstag, 30. Juni

    Jetzt also auf und die letzten Kilometer bis Koblenz in Angriff genommen. Das Wetter ist weiterhin gut und die Wirtin vom Hotel empfiehlt mir, bis Treis-Karden auf dem linken und von da an auf dem rechten Ufer zu fahren. Der Tipp war sicher gut, wenn es auch mal wieder an einer Strasse entlang ging, aber wenigstens mit breitem Radstreifen. Eine zeitlang begleitet mich ein Passagierschiff, die SWISS RUBY. Immer, wenn ich zum fotografieren anhalte, holt sie mich wieder ein. Und wird natürlich fotographiert, zusammen mit der Burg Bischofstein bei dem Ort Burgen. Vom rechten Ufer grüsst der Ort Hatzenport (unten) mit seinem Fährturm und bei Winningen sehe ich imposante Weinlagen (unten rechts).

    Ja, und dann radle ich auch schon in Koblenz ein und fahre über die Kurt-Schumacher-Brücke hinüber in die Stadt. Weiter unten an der Mosel entlang und dann ist es erreicht, das DEUTSCHE ECK, auch GERMAN CORNER genannt (oben rechts). Es ist genau 12.45 Uhr und heiss, weshalb ich erstmal kalte Getränke bunkere und mir einen Salatteller in einem Biergarten, diesmal am Rhein, genehmige. Bis zur Abfahrt meines Zuges habe ich rund 4 Stunden Zeit, die ich irgendwie rumkriegen muss. Denn ich kann keinen früheren Zug nehmen, DIE BAHN ist da nicht besonders flexibel. Aber besser so, als zu spät zum Zug zu kommen, sage ich mir.

    Auch diese 4 Stunden vergehen irgendwann und ich muss hoch auf den Bahnsteig. Nun gibt es im Koblenzer Bahnhof keine Aufzüge, sondern nur Rolltreppen. Und die sollte man nicht mit schwerem Gepäck auf dem Fahrrad besteigen. Ich stürzte gleich auf den ersten Stufen und das tat ziemlich weh, denn die Treppe rollt ja unter dir weiter. Bis sie jemand abstellt. Nun, ich habe es überlebt und bin um eine Erfahrung reicher.

    Die Bahnfahrt war nicht sehr angenehm, weil die Klimaanlage im Waggon ausgefallen und es heiss und stickig war. Aber als mich meine beiden Mädels dann in Kamen abholten, war die Welt wieder in Ordnung und ich um eine schöne Rad - Reiseerfahrung reicher.

    Meine heutige Tagesbilanz

    Gefahren 61 km Fahrzeit 4:03 Std. Durchschnitt 16 km/h Max 33.6 km/h Gesamt 424 km