Ruhrtal - Radweg

Vom Sauerland an den Rhein
Im Mai 2008

Autor: Klaus Donndorf
Das Wegezeichen

Weil ich bisher die meisten meiner 10 Radtouren vornehmlich im Süden Deutschlands gefahren bin, wollte ich dieses Jahr endlich den Ruhrtal - Radweg kennenlernen (rechts das Wegezeichen). Einerseits waren die 230 Kilometer für meine erste Radtour in diesem Jahr genau die richtige Strecke zum Aufwärmen. Und da ich 16 Jahre - u.a. meine gesamte Schulzeit - in Schwerte an eben dieser Ruhr verbracht, in Schwerte mit Renate meine erste Liebe erfahren habe und natürlich auch das Sauerland bestens kenne, sollte diese Tour in weiten Teilen für mich eine "Reise in die Vergangenheit" werden.

Aber auch der Kommentar auf der offiziellen Webseite des Sauerland Tourismus hatte mich neugierig gemacht, denn da steht - ich zitiere:

Einer der abwechselungsreichsten und vielseitigsten Flüsse Deutschlands lädt mit seinen Uferwegen ein zur Entdeckung einer ganzen Region. Kein anderer Fluss in Deutschland verbindet Kultur und Natur auf so engem Raum.

Auf den 230 Kilometern von der Quelle bei Winterberg bis zur Mündung in den Rhein bei Duisburg verbindet die Ruhr die ursprüngliche Landschaft des Sauerlandes mit der aufregenden und erlebnisreichen Metropole Ruhr".



bikeline-Buch »Ruhrtal-Radweg« Fast unnötig zu erwähnen, dass auch diesmal wieder ein bikeline - Heft aus dem Verlag Esterbauer Grundlage für meine Planung war und zwar das vom
Ruhrtal - Radweg
Vom Sauerland an den Rhein
ISBN 978-3-85000-060-4 / 11.90 €
Zu beziehen u.a. bei www.amazon.de


Dienstag, 13. Mai

Nachdem es im April und auch Anfang Mai noch recht kalt und unbeständig war, gab es jetzt zu Pfingsten endlich mal mehrere schöne und sonnig-warme Tage »am Stück« und da wollte ich die schon lange vorbereitete Radtour natürlich machen. Startete also gleich nach Pfingsten mit dem »Sauerland - Express« von Fröndenberg nach Winterberg.

Auf dem Bahnsteig in Fröndenberg herrschte schon am Morgen Hochbetrieb und eine SMS von Duibs aus Bologna wünscht mir "Gutes Gelingen" - Wahnsinn, dass sie auch im Urlaub an meine Radtour gedacht haben. Danke dafür !

Das mit großen Rucksäcken versehene Ehepaar Schmidt (?) wollte nach Eisenach, um den Rennsteig entlang zu wandern. Andere Radler wollten auch den Ruhrtal-Radweg - einige nur zum Teil - fahren und so ging mit »Fachgesprächen« die Stunde Wartezeit schnell rum. Und im Zug komme ich dann mit einem Herrn Blömecke (?) ins Gespräch, der sich als Bekannter meines Kameraden Gerd Lammert aus Holzwickede outet - wie klein die Welt doch manchmal ist!

Pünktlich um 10.30 Uhr kommt unser Zug in Winterberg an, man wünscht sich gegenseitig eine »Gute Fahrt« und los geht´s. Der Himmel ist verhangen, die Sonne lässt sich nicht sehen, aber es ist nicht wirklich kalt.

Und die Steigung gleich zu Beginn der Tour die Jakobusstrasse hinauf sorgt für den ersten Schweiß. Aber von hier oben hat man einen schönen Blick über Winterberg (rechts).

Zunächst fahre ich zur Ruhrquelle und da muss man vorher schon aufpassen, denn es geht an einer Weggabelung links ab. Aber es gibt Schilder und an der Quelle eine Busladung Rentner. Das obligate Foto kann ich aber trotz des Menschenauflaufs schnell noch machen (oben rechts).
Hier wieder etwas Information (z.T. aus Wikipedia):


  • Woher die Bezeichnung Sauerland kommt, ist umstritten. Gibt es Mitte des 13. Jahrhunderts die Bezeichnung Suderland, erscheint ab etwa 1400 die Schreibweise Suerland, also Südliches Land, was am ehesten überzeugt. Seit dem 19. Jahrhundert setzte sich der Begriff Sauerland allmählich als Selbst- und Fremdbeschreibung durch.

  • Funde aus der letzten Eiszeit, der Stein- und auch der Bronzezeit lassen auf eine schon sehr frühe Besiedelung schließen.

  • Im Mittelalter gehörte das Gebiet zum karolingischen-, später zum Sachsenreich. Im weitern Verlauf der Geschichte wurde es zum Streitpunkt der verschiedenen Erzbistümer und Adelsgeschlechter.

  • Die Kultur im Sauerland ist stark geprägt durch den fest verwurzelten Katholizismus seiner Bewohner. Als Teil des Kulturraumes Westfalen ist die Kultur des Sauerlandes mit der Aufteilung in Hochsauerland und dem eher protestantisch geprägten Märkischen Sauerland jedoch nicht einheitlich ausgeprägt (lt. Wikipedia)
  • Die Entstehungsgeschichte der Stadt Winterberg reicht bis um das Jahr 1240 zurück. In dieser Zeit wurde Winterberg auch das Stadtrecht von Erzbischof Konrad von Hochstaden (1238-61) verliehen. Die Gründung der Stadt wurde vermutlich gemeinsam mit dem Kloster in Küstelberg vorgenommen. Hierauf deutet eine Urkunde von 1276, in der die Rechte an der Stadt zwischen Erzbischof und Kloster geregelt werden.
    Zur Zeit der Hanse (13. bis 17. Jahrh.) galt Winterberg als Hansestadt.

  • Heute sind der Fremdenverkehr und der Sport die bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Zum Sportangebot gehören u.a. ein Skilift-Karussel mit zahlreichen Skiliften und -Pisten, die St.-Georg-Schanze, Schlittenhunderennen, aber auch ein Bikepark für Mountainbiker.



Jetzt aber los und auf dem sehr gut ausgeschilderten Weg Richtung Olsberg. Bevor ich die B 480 überquere, ist linker Hand an einem Hang ein Lift in Betrieb. Wie dieses ? - so mitten im Frühling, frage ich den Betreiber und erfahre, dass hier kleine Wagen hochgezogen werden, mit denen man dann in rasanter Fahrt den Hang hinunter sausen kann. Pfiffige Idee!

In Niedersfeld, dem nächsten Ort, treffe ich einen Biker und wir fahren bei lebhafter Unterhaltung bis Olsberg zusammen. "Axel Jäger aus Hattingen", so stellt er sich mir vor und verspricht, sich bei mir per E-Mail zu melden. Was wir bei der Verabschiedung nicht wissen konnten, erfährt man unter dem Datum vom 23. Mai!

Das 700 Jahre alte Assinghausen, dass ich als nächstes erreiche, gilt als eines der schönsten Dörfer Deutschlands; es erhielt 1989 eine Goldmedaille beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden"! Schöne und gepflegte Fachwerkhäuser (rechts) machen das deutlich. Und in Assinghausen wurde der Schriftsteller und Heimatdichter Friedrich Wilhelm Grimme (1827-87) geboren. Ein kleines Denkmal in der Dorfmitte erinnert an ihn (oben links).

Bis Olsberg geht es zwar hauptsächlich bergab, aber die Waldwege sind sehr holperig und haben immer wieder Querrinnen, in denen das Regenwasser abfließen kann, weshalb hier gute Bremsen gefragt sind. Die kleinen Steigungen zwischendurch fallen kaum auf.

Nach einer kurzen Verschnaufpause in Olsberg fahre ich weiter, zunächst durch den kleinen Kurpark und weiter nach Bigge. Danach folgen ein paar kurze, aber heftige Steigungen, bis ich kurz vor Dümel auf die B 7 stosse.

Der jetzt folgende Streckenabschnitt gehört sicher nicht zu den angenehmsten der Tour. Denn es geht - zwar auf einem separaten Radweg - an der sehr stark befahrenen B 7 entlang. Über Nuttlar und Bestwig nach Velmede, dort biegt man nach rechts ab, fährt über die Bahngleise und die Ruhr, danach links ab und mit einer weiteren Steigung, aber ohne Autoverkehr über Wehrstapel nach Meschede.

Ich erreiche Meschede gegen 13.00 Uhr und mache wieder eine längere Pause mit einer Apfelschorle zur Erfrischung. Und schlendere etwas durch die belebte Fußgängerzone (rechts), denn bis Freienohl sind es nur noch etwa 10 Kilometer. Ich habe also viel Zeit und außerdem ist es ziemlich heiß geworden; die Sonne hat sich durchgesetzt.

Auch hier kommt wieder die Erinnerung an den Januar 1970. Damals gab es im Mescheder Krankenhaus einen Pockenfall, ich hatte den Bezirk gerade neu übernommen und war natürlich sehr unsicher wegen dieser Situation - kann ich das Haus besuchen oder ist das zu gefährlich ? Ging dann aber alles gut aus.

Erfrischt nach der Ruhepause kann mich die langgezogene Steigung über Stockhausen nach Wennemen nicht schocken. Aber schweißtreibend ist sie schon und mein Getränkevorrat am Rad geht langsam zur Neige. Schieben muss ich jedenfalls nicht, auch nicht in Freienohl, wo ich gegen 15.30 Uhr ankomme.

Und nochmal kräftig in die Pedale muss, denn mein Hotel Luckai , Christine-Koch-Strasse, Tel. 02903 / 97520 (links) liegt am Ortsausgang und - natürlich - am Berg und zwar oben! Und ist mit 52,- € für mein Einzelzimmer nicht ganz billig.

Dafür war das Ratsherrenschnitzel köstlich, der GRÜNE VELTLINER dazu schön gekühlt und somit »alles im grünen Bereich«. Nur konnte ich leider nicht auf der Terasse speisen, denn es fielen erste Regentropfen.


Meine heutige Tagesbilanz

Gefahren 58 km Fahrzeit 3 : 34 Std. Durchschnitt 16,0 km/h Max 46 km/h Gesamt 58 km


Mittwoch, 14. Mai

Es bewahrheitet sich für mich immer wieder: Frag einen Einheimischen nach dem Weg und Du bekommst Orientierungsprobleme. So auch ich heute morgen, als ich die Wirtin frage, wie ich wieder auf den Ruhrtal-Radweg komme. "Immer nur geradeaus, ganz einfach zu finden" - aber ich muss noch zweimal fragen, bis ich durch ein schattiges Waldstück wieder unten an der Ruhr lande. Dann folgt aber ein richtig schönes Wegestück durch die erwachende Natur und in Sichtweite des Flusses (3 Bilder rechts und unten).

Auch heute morgen sind wieder vornehmlich weibliche Walker unterwegs, einige erwidern sogar mein "HALLO". So gelange ich über Glössingen - aufpassen, hier biegt die Route in einer Steigung links ab - in Oeventrop wieder an die B 7.

In Oeventrop überquert man die B 7 und auf einem Radweg entlang der Hauptstrasse geht es später links ab nach Rumbeck (links). Habe ich in Winterberg, Olsberg und Meschede daran denken müssen, wie ich hier ab 1970 in meinem neuen Job die Krankenhäuser betreut habe, gibt es bei Rumbeck eine besondere Erinnerung. Hier habe ich mich durch intensives Studium des Prospektes auf meine Arztgespräche über eine neue Infusionslösung vorbereitet - mittags und im Auto sitzend. 38 Jahre ist das jetzt her, aber die Erinnerung daran ist noch sehr lebendig! Eben "eine Reise in die Vergangenheit"!

Vor der Brücke der A 46 eine kleine Unsicherheit wegen der Streckenführung, dann geht es aber in flotter Bergabfahrt hinein nach Arnsberg. Das ich um 9.30 Uhr erreiche, mich aber nur kurz aufhalte; den heutigen Ort kenne ich, aber nicht seine Geschichte. Deshalb hier ein Wenig davon:

  • Erstmals urkundlich erwähnt wurde Arnsberg in den karolingischen Urbaren der Abtei Werden an der Ruhr im Jahr 789. Später baut Graf Konrad von Werl 1077 die Höhenburg Arnesberga.

  • 1238 erhält Arnsberg das Stadtrecht. Die Stadt wird Sitz der höchsten Berufungsstelle der Feme.

  • Arnsberg war auch Mitglied der Hanse, schied aber schon 1608 aus diesem Städtebund aus.

  • Bei einem Brand im Jahre 1600 wurde die gesamte Stadt bis auf elf Häuser vernichtet.
  • Heute sind 65 Prozent der Bevölkerung katholisch, 19 Prozent evangelisch, der Rest gehört anderen Glaubensgemeinschaften an.

Am Ortsausgang von Arnsberg quert man die Ruhr an einer Schule nach rechts über eine schmale Fußgängerbrücke. Es wimmelt vor Schülern (w/m), aber die sind Radler wie mich wohl gewohnt, denn sie informieren sich durch laute Rufe "Radfahrer" und mit zusätzlichem Klingeln passiere ich diese Situation ohne Probleme. Vorbei an einem Sportplatz und einer Sporthalle geht es durch eine Kleingartenanlage. 2 Walkerinnen müssen mir auf dem schmalen Weg Platz machen, dann über die Ruhr und Bahngleise und rechts ab Richtung Niedereimer.

Das Bild links zeigt eine für Radfahrer sehr gefährliche Situation, denn hier verlaufen Bahngleise in Fahrtrichtung und da sind Stürze vorprogrammiert. Hier müsste ein Schild "Radfahrer absteigen" stehen!! Ob sich meine Nachbarin Karin an diese Stelle erinnert ?

Es ist heiß, die Sonne scheint von einem makellos blauen Himmel, als ich nach Hüsten dann Neheim erreiche. Auf dem Markt mit der Kirche St. Johannes Baptist (1894/1914) - wegen ihrer Größe und Wuchtigkeit auch »Der Sauerländer Dom« genannt (rechts) - sind Marktstände aufgebaut. Die Straßencafés sind gut besetzt, mir ist es für eine längere Pause aber noch zu früh. So halte ich mich hier nicht lange auf, sondern fahre weiter - begleitet von der sehr lauten A 445 - auf einem ebenen und asphaltierten Weg durch schöne Natur an der Ruhr entlang (unten links).

Und dann traue ich meinen Augen nicht, denn auf einer ungepflegten Wiese an einem noch ungepflegteren Anwesen bei Echthausen entdecke ich zwei Kamele - jetzt sind wir schon zu dritt ! (unten rechts)

Vor Wickede verläuft der Radweg einige Meter sehr schmal über eine Eisenbahnbrücke, es heißt absteigen und schieben. Aber dann gönne ich mir hier eine längere Pause und eine große Apfelschorle. Und lade bei der VoBa mein Handy auf, bevor ich auf einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke die Bahn überquere und an der B 63 zur Ruhr hinunter fahre. Wo ich das

»Ehrenmal für die Wassertoten der Möhnekatastrophe«

fotographiere (she. Kasten).


Die Möhnetalsperre wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen britischen Bombenangriff in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 zerstört (Operation Chastise/Züchtigung). Um die Abwehranlagen am Stausee zu umgehen, kamen speziell für diesen Zweck konstruierte Bomben, so genannte Roll- oder Rotationsbomben, an der Avro Lancaster Dam Buster zum Einsatz. Diese sprangen durch Eigendrehung auf dem Wasser über die Torpedofangnetze hinweg in Richtung Staumauer, sanken bis zum Mauersohlengrund ab und detonierten in einer Tiefe von etwa 10 oder 15 Metern. Eine einzige von mehreren in kurzer Folge abgeworfenen Bomben erreichte ihr Ziel und erfüllte den beabsichtigten Zweck. Der See war zu dieser Jahreszeit voll gefüllt.

In der Staumauer entstand dadurch ein kleiner Riss, der sich durch den Druck der ausströmenden Wassermassen schnell erweiterte und zuletzt eine riesige trapezförmige Lücke ergab (77 m Breite mal 22 m Tiefe), durch welches die Wassermassen herausströmten. Durch die daraus resultierende Flutwelle, die sich über die Möhne bis weit ins Ruhrtal ergoss, kamen mindestens 1284 oder sogar über 1600 Menschen ums Leben, die meisten in einem Kriegsgefangenenlager in unmittelbarer Nähe unterhalb der Sperrmauer.

Zum Bild links: As it is now more than 50 years old, it is in the public domain.

Die Orte Warmen, Frohnhausen, Neimen oder Westick sagen mir nicht viel, eher da schon Fröndenberg, von wo ich ja gestern gestartet bin. Hier schaue ich kurz in das Kettenschmiedemuseum (links) rein, von dem ich schon oft in der Zeitung gelesen habe. Ist sicher mal einen Besuch wert.

Nach den letzten Häusern von Fröndenberg geht es langgestreckt bergauf, immer an einer Landstrasse entlang. Rechter Hand fährt man an einem grösseren, sehr gepflegten Anwesen vorbei, deren Besitzer die Anonymität schätzen. Denn auf den Klingelschildern stehen keine Namen, sondern nur Senior und Junior.

An einer Ampel in Halingen biege ich rechts ab und entlang der B 515 erreiche ich Langschede.

Und kurz darauf zeigt mir ein Schild (rechts) in Höhe Dellwig, dass hier genau die Mitte des »Ruhrtal-Radweges« erreicht ist. Egal, von welcher Seite man kommt, man hat immer noch 210 Kilometer vor sich. So auch ein älterer Radler aus Essen, der etwas orientierungslos, weil ohne Karte oder gar bikeline-Heft unterwegs war. Dem ich aber helfen konnte, indem ich ihm eine Unterkunft in Echthausen nennen konnte - dank bikeline !!

Ab Altendorf geht es wieder auf Schotter an einer Bahn entlang, dann links ab entlang einer Landstrasse mit wenig Verkehr, aber ohne Radweg, Richtung Drüpplingsen. Und dann bin ich an »Schoofs Brücke« und den 1987 von Veronika Pögel geschaffenen

7 Zeichen an der Ruhr
»Diese sind zugetan dem Wasser, der Erde, dem Tag und der Nacht und all den Dingen, die dazwischen liegen.«

Am Gasthof »Wellenbad« angekommen habe ich mich geärgert, dass ich mich hier nicht mit Christel verabredet habe. Der Biergarten machte im Schattenspiel des Sonnenlichts unter den alten Bäumwen einen so einladenden Eindruck. Aber ich habe einfach nicht daran gedacht und so fahre ich den langen Weg des Ruhrfeldgrabens in Richtung »Gut Ruhrfeld«.

Erinnere dabei an den heißen Sommer 1947, in dem meine Eltern hier einen 60-er Land gepachtet hatten, den zu bestellen auch wir Kinder - ich war 10 Jahre alt - das zweifelhafte Vergnügen hatten.

Schon von Weitem sehe ich dann die Türme der beiden Schwerter Kirchen, besonders der »Schiefe Turm« von Sankt Viktor - in dieser Kirche bin ich 1952 konfirmiert worden - ist zu sehen. Natürlich fahre ich nach Schwerte hinein und genieße erstmal auf dem Markt im Schatten des Alten Rathauses und Sankt Viktor eine Apfelschorle. In die Kirche kann man leider nur am Mittwoch und am Samstag von 10.00 bis 13.00 Uhr.

Etwas Information über meine Heimatstadt Schwerte / Ruhr :


  • 962 - Erste urkundliche Erwähnung als „Suerte“ durch Engelbert, den Abt der Abtei Werden.

  • 1397 - Graf Dietrich I. von der Mark verleiht Schwerte das volle Stadtrecht. Und so feierte Schwerte 1947 das Fest "1000 Jahre Schwerte / 550 Jahre Stadt". Mit einem Fahrzeugcorso Schwerter Firmen, u.a. der Firma Heldt & Kleinert und auf deren Wagen saß ich und verteilte Schnäpse!

  • 1419 - Schwerte tritt dem Hansebund bei.

  • 1547 - Der Grundstein für den Bau des Alten Rathauses (heute Ruhrtalmuseum) wird gelegt.

  • 1943 - fordert die Bombardierung und Zerstörung der Staumauer der Möhnetalsperre durch britische Bomber mehr als 1600 Todesopfer, da sich eine gewaltige Flutwelle durch das Ruhrtal ergießt und ein bislang nicht wieder erreichtes Jahrhunderthochwasser auslöst.

  • 1944 - Im Eisenbahnausbesserungswerk wird eine Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald eingerichtet.

  • 1946 - Die neu errichtete Ruhrbrücke wird für den Verkehr freigegeben. Der evangelische Pastor und damalige kommissarische Bürgermeister Kleinemeyer (1898-1948) hatte die britischen Besatzungsbehörden dazu bewegen können, das für den Brückenbau erforderliche Material aus Beständen für den Bunkerbau zu beschaffen. Schon am 13. Juni 1946 wurde die »Kleinemeyer Friedensbrücke« eingeweiht - und mein Bruder und ich waren dabei!

Ich sehe mich noch etwas in der Stadt um, stelle fest, was sich alles verändert hat, aber dann fahre ich zur Hagener Strasse 98 zu meinem Elternhaus. 16 Jahre - meine ganze Schul- und Lehrzeit - haben wir hier auf 45 qm gewohnt, mit unisolierten schrägen Wänden, auf denen in kalten Wintern der Reif des Atems gefror. Und es nur eine, und zwar kalte Wasserentnahme gab. Nach heutigen Maßstäben kaum noch vorstellbar. Die beiden kleinen Fenster im Giebel waren unser Wohnzimmer (links) und das Elternschlafzimmer (rechts). An der Seite sieht man das Küchenfenster, ein Bad gab es nicht!

Was nützt alle Nostalgie, ich will heute noch die 6 Kilometer bis Westhofen fahren und so geht es weiter. Bei »Haus Ruhr« (unten links), einer mittelalterlichen Burganlage, mache ich Fotos. Und auch mit diesem Ort verbinden sich für mich Jugenderinnerungen. Schon damals, etwa 1950, imponierte uns der gewaltige Kastanienbaum (unten rechts) im Hof der Anlage - genau wie mir heute! Der Baum ist über 200 Jahre alt und damit die älteste Kastanie im Kreis Unna und der dickste Baum von Schwerte.

Mein einfaches, aber sehr gepflegtes Hotel Haus Breer, Reichshofstr. 104, Westhofen, Tel. 02304 / 67031 erreiche ich um 16.30 Uhr. Der Preis von 43,- € incl. Frühstück für mein Einzelzimmer ist o.k., das Hotel kann ich wegen der freundlichen Bedienung und einer schmackhaften Küche durchaus empfehlen.

Ich geniesse nach einer ausgiebigen Dusche ein wunderbares Rückensteak mit einer Folienkartoffel bei noch sommerlichen Temperaturen im Biergarten. Aber was für Wetter bringen die Nacht bzw. der morgige Tag - der Wetterbericht lässt nichts Gutes erahnen.

Meine heutige Tagesbilanz

Gefahren 87 km Fahrzeit 5 : 40 Std. Durchschnitt 15,5 km/h Max 31 km/h Gesamt 145 km

Und weil sich das Wetter tatsächlich bis hin zu sehr starken Regengüssen und Gewittern verschlechterte, hab ich meine Tour unterbrochen und sie fortgesetzt am -

Donnerstag, 22. Mai ( Fronleichnahm)

Dabei bin ich diesmal um Punkt 8.00 Uhr von Heeren aus gestartet und über Unna - durch die Fußgängerzone Bahnhofstrasse darf man bis 9.00 Uhr mit dem Rad fahren und heute am Feiertag waren so früh sowieso noch keine Fußgänger zu sehen - und an Billmerich vorbei die zwar nur mässige, aber mehrere Kilometer lange Steigung nach Opherdicke hinauf gefahren. Dort gab es einen ersten Fotostopp an der evangelischen Kirche (rechts), deren älteste Bauteile schon aus dem 12. Jahrhundert stammen. Das hochromanische Langhaus mit dem (einzigen) Seitenschiff im Norden und dem Querhaus mit Apsis im Osten entstand 1120 bis 1150.

Als wir 1958 als Bundeswehrrekruten oft auf dem benachbarten Truppenübungsplatz schwitzen durften, lernten wir u.a., dass Kirchen immer in Ost (Chor) - West (Eingang) - Richtung stehen und man sich damit auch ohne Kompass grob orientieren kann. War wieder so ein »Ausflug in die Vergangenheit«.

Von Opherdicke aus geht es dann in rasanter Fahrt bergab bis zum Gasthof »Wellenbad«, den ich um 9.20 Uhr nach 20 Kilometern erreiche. Jetzt bin ich wieder auf dem »Ruhrtal-Radweg« und nach einem Anruf bei Christel fahre ich nun zum 2.mal den langen Weg durch die Ruhrwiesen (links) und an »Gut Ruhrfeld« vorbei nach Schwerte. Wo ich mich diesmal aber nicht aufhalte, sondern nach Westhofen weiterfahre. Diesmal achte ich auf den ausgeschilderten Radweg, der kurz nach »Haus Ruhr« links abbiegt und durch einen kleinen Wald nach Westhofen hineinführt. Als ich um Punkt 10.00 Uhr am »Hotel Breer« vorbeifahre, kommt gerade ein Radlerpaar mit seinem Gepäck aus der Tür.

In Westhofen fährt man am Bahnhof vorbei, ein kurzes Stück auf einer Landstrasse ohne Radweg. Biegt dann aber bald links ab und es geht wieder über einen asphaltierten Radweg unterhalb der Hohensyburg direkt an der Ruhr entlang bis zur Kreuzung mit der Hengsteystrasse. Geradeaus weiter fahrend sehe ich bald darauf das Gebäude des »Köppchenwerks« (rechts) und auch die Reste der sog. »Funkenburg« (unten links).

Diese kleine Insel war in den 50-er Jahren, als wir ein selbstgebautes Paddelboot mit dem stolzen Namen »Störtebecker« (unten rechts - mit meinem Bruder Wolf) hier an der Ruhr besaßen, oft Ziel unserer Ausflüge. Und dabei fühlten wir uns dann als richtige Piraten! Jetzt steht nur noch der kleine Turm und die Bäume gab es damals auch noch nicht.

Genug der Erinnerungen, Heut ist Heut und das heißt sommerlich warm und der Weg von unzähligen Feiertagsausflüglern bevölkert. Familien auf Rädern, Skater, Jogger und Spaziergänger - ich muss oft einen richtigen Slalom fahren. Aber so ohne Jacke, nur in der luftigen Nalini - Kluft macht das Radeln Spaß. Bei einem kurzen Halt am Köppchenwerk werfe ich einen Blick zurück zur Hohensyburg (rechts) und erreiche kurz danach Herdecke (links das Stadtwappen).

Hier führt meine Route u.a. unter einem wunderschönen Eisenbahnviadukt (unten links) hindurch und diese talüberspannende, gut 30 Meter hohe Brücke markiert den Anfang des Harkortsees. Den ich in weitem Bogen umrunde, dabei zwei Angler beobachte und ruck-zuck in Wetter bin.

In Wetter muss ich zweimal ins Buch schauen und die genaue Wegbeschreibung lesen, weil die Streckenführung für mich nicht ganz klar ist. Finde aber schnell den richtigen Kurs über Oberwengern, in Wengern dann eine leichte Steigung an der Hauptstrasse entlang, aber mit Radweg nach Bommern. Ab Wengern verläuft die Route auf einer ehemaligen Bahntrasse, also nicht asphaltiert, aber eben weiter. Dazu gab es Rückenwind und somit eine flotte Fahrt.

Nicht nur an der Donau oder der Elbe gibt es Fähren, auch hier an der Ruhr gibt es eine und zwar unterhalb der Burgruine Hardenstein. Errichtet wurde diese Burg durch die Herren von Hardenberg in den Jahren zwischen 1345 und 1354. Die Fähre ist nicht ganz so alt, aber schon sehr gemächlich und da nur wenige Passagiere, zumal mit ihren Rädern, darauf passen, knubbelt es hier ein wenig und wir müssen warten (rechts). Aber mit dem 3. Schub komme ich sicher ans andere Ruhrufer. Man zahlt, was einem die Überfahrt wert ist - manche nichts, manche einige Cent, ich z.B. 1,- € !

An einem Imbiss mit Grillwürstchen und Erbsensuppe ist heute an diesem sonnigen Feiertag Hochbetrieb. Ich fahre aber weiter in Richtung Kemnader See, wo ich diese interessante Skulptur (links) fotografiere - eine Gruppe menschlicher Gestalten auf hohen Stangen und im Wasser stehend. Und auch hier, wo ich doch tatsächlich Türkenfamilien sehe, die auf einer Wiese im Dutzend lagern und grillen - schön finde ich das nicht - herrscht Hochbetrieb. Da gönne auch ich mir eine halbe Stunde Pause auf einer Bank am Seeufer, esse mein »Pausenbrot« und fülle den Flüssigkeitspegel wieder auf.

Vor mir berät eine Gruppe von 6 - 7 Frauen, wie ihre Wanderung weitergehen soll und als man sich einig geworden ist, holt eine der Damen eine Schnapsflasche aus ihrer Jacke und man giesst sich erstmal »einen hinter die Binde«. Lustig und locker geht es dann weiter.

Genau wie bei mir, nur in die andere Richtung. Und da sehe ich die hässlichen Universitätsgebäude der Uni Bochum - quadratisch, praktisch, schlecht - vor mir. Da fotografiere ich doch lieber die Überreste der Burg Blankenstein (rechts), die am gegenüberliegenden Ruhrufer zu sehen sind. Und mir signalisieren, dass ich bald in Hattingen, meinem heutigen Ziel, ankommen werde.

Der Radweg führt in einem Bogen am Nordufer zunächst um Hattingen herum, dann überquert er die Ruhr über die Brücke der B 51, aber mit Radweg. Hier muss man eine Rampe hinauf fahren und wenn man dann von der Brücke nach links sieht, sieht man die Ruhr mit einem extrem breiten Flußbett über eine Stufe fließen (oben). An einer Seite ist ein künstlicher Kanal angelegt worden, durch den kleinere Boote wie in einem Wildwasser diese Stufe überwinden können (links).

Gegen 14.00 Uhr stehe ich in der Hattinger Innenstadt und rufe im Hotel an, um den genauen Weg zu erfragen. Den erklärt man mir, verschweigt aber, welche Steigungen ich vorher noch zu überwinden haben. Denn ich muss in den Ortsteil Holthausen und das bedeutet noch gut 4 Kilometer und die fast nur bergauf.

Trotzdem kann ich um 14.30 im Hotel An de Krüpe, Dorfstrasse 27, Hattingen-Holthausen, Tel. 02324 / 93350 einchecken. Mit 56,- € für mein EZ nicht ganz billig, aber angemessen.

Total verschwitzt bin ich, aber mal wieder gut zufrieden, besonders nach einer ausgiebigen Dusche und einem Wildschweinschnitzel mit Wirsinggemüse und ? - natürlich Bratkartoffeln zur Schorle !

Meine heutige Tagesbilanz

Gefahren 78 km Fahrzeit 4 : 46 Std. Durchschnitt 17 km/h Max 46 km/h Gesamt 210 km


Freitag, 23. Mai

Nachdem es gestern zwar warm, aber doch sehr bedeckt war, kann ich heute Morgen um 8.30 Uhr bei strahlend blauem Himmel starten. Die Steigungen von gestern sind heute Abfahrten und so kann ich schon nach 10 Minuten meine Jacke ausziehen und im Nalini-Trikot weiterfahren.

Erstmal fahre ich nach Hattingen hinein, um mir die Altstadt ein wenig anzusehen. Spätesten am »Pamucale-Kebab-Haus« weiß man, wer diese Stadt dominiert.

Aber es gibt auch schöne alte Fachwerkhäuser, ich fotografiere einen ehemaligen Stadtturm (rechts) und den Treidel-Brunnen (unten) auf dem Obermarkt, mit dem man dem Warentransport auf der Ruhr ein Denkmal gesetzt hat.

Leicht finde ich aus Hattingen wieder hinaus auf den Ruhrtal-Radweg und zunächst geht es eben und asphaltiert an Huttrop und Bergerhausen vorbei, immer direkt am Fluß. Die Ruhr beschreibt hier erst einen Bogen nach Norden, dann einen nach Süden - zwischen Heisingen und Kupferdreh - bevor sie zum Baldeney - See aufgestaut wird.

Hier führt die Route durch ein landschaftlich schönes Gebiet (rechts), mit viel Wald an beiden Ufern und nur ab und zu ein aufgelassenes Werksgelände (unten links), welches aber auch schon wieder seinen eigenen Reiz hat. Mich spricht an einer Ampel ein Radler mit Rennrad an und fragt nach meinem Weg. Und mit ihm fahre ich von Rellinghausen bis Kupferdreh nicht auf der vorgegebenen Route, sondern auf einem breiten Radweg an der B 227 entlang. Der eigentliche Weg am Wasser entlang sei sehr schmal und bei Gegenverkehr gefährlich und überhaupt fahre man hier oben besser - seis drum.

In Kupferdreh verabschiedet er sich und ich fahre über die Ruhr ans südliche Ufer des Baldeney - Sees Richtung Werden. Unterwegs halte ich, um den Blick hinüber zur Villa Hügel (Pfeil) zu fotografieren, als eine Gruppe Mountain - Biker an mir vorbeifährt. Plötzlich dreht der letzte Fahrer der Gruppe, kommt zurück und sagt zu mir: "Den Herrn kenne ich doch" !

Große Überraschung bei mir - denn ich erkenne Ihn zwar auch, weiß aber so schnell nicht, wann und wo wir uns begegnet sind. Nun, das ist schnell geklärt und natürlich - vorige Woche wars, von Niedersfeld bis Olsberg sind wir zusammen gefahren. Der Axel Jäger aus Hattingen wars und da sieht man mal wieder, was für Zufälle das Leben bereit hält.

Wir fahren ein Stück gemeinsam, in Werden trennen wir uns wieder. Ich fahre über die Strassenbrücke über die Ruhr und habe etwas Orientierungsprobleme. Die ich aber mit der Beschreibung im bikeline lösen kann und so fahre ich jetzt auf einem Leinpfad - auch Treidelpfad genannt - unmittelbar an der Ruhr entlang nach Kettwig. Gerade denke ich, dass mir auf dieser Tour besonders aufgefallen ist, wie selten entgegen kommende Radler grüßen bzw. meinen Gruß erwidern, da grüßen zwei solcher Radler auf Rennrädern mich mit einem vernehmlichem »Guten Morgen«. So kanns gehen.

In Kettwig (rechts) fahre ich wieder aufs andere Flußufer, durch den kleinen Ort Mintard und weiter unter der gewaltigen Autobahnnbrücke der A 52 hindurch, die in kühnem Bogen das gesamte Ruhrtal überspannt (links). Und ehe ich mich versehe, bin ich schon in Mülheim auf dem Fossilienweg, aber nicht ohne vorher eine Holzbrücke mit einer nicht unerheblichen, weil langen Steigung überwunden zu haben.

Für Mülheim nennt mein bikeline u.a. zwei Sehenswürdigkeiten. Zum einen Schloss Broich, den ältesten frühmittelalterlichen Wehrbau aus der späten Karolingerzeit nördlich der Alpen (unten)....



....und zum anderen das Aquarius, ein Wassermuseum (links). Und Mülheim hat ein besonders schönes Stadtwappen, welches die einzelnen Herrschaften symbolisiert:

Herrschaft zu Daun
Herrschaft zu Falkenstein
Herrschaft zu Limburg
Herrschaft zu Oberstein
Herrschaft zu Broich
Herrschaft zu Reipoltskirchen

Was mich auf den letzten Kilometern erstaunt ist die Tatsache, dass es nicht durch ein industrielles Hafengebiet, sondern weiterhin durch grüne Gegend geht. Bis dann doch mal ein Hafenbecken auftaucht und der einstmals größte Binnenhafen Europas sich ankündigt. Jetzt kommen noch die letzten 2 - nein 1.9 Kilometer bis zur Mündung der Ruhr in den Rhein bei der Skulptur RHEINORANGE, einer 1992 vom Bildhauer Lutz Fritsch aus Stahl gefertigten Säule....

....und dort stehe ich um genau 14.15 Uhr.

Ich geniesse noch etwas diese Situation, bevor ich in die Stadt zurückfahre und durch eine Fußgängerzone zum Duisburger Bahnhof gelange. Dann geht es mit dem sog. »Chaotenexpress« im überfüllten, weil viel zu kleinen Fahrradabteil, zurück nach Kamen und von dort nach Heeren. Wo der Tag bei Gegrilltem auf unserer schönen Terasse mit viel gegenseitigem Erzählen endet.

Und auch von dieser Tour kann ich sagen : Oft anstrengend, aber interessant und schön war sie mal wieder !!

Meine heutige Tagesbilanz

Gefahren 89 km Fahrzeit 5 : 24 Std. Durchschnitt 17 km/h Max 33 km/h Gesamt 299 km


Ende