Studienreise nach Schottland

vom 04. bis 13. September 2007

Autor: Klaus Donndorf


Das Reisegebiet

Dieses Jahr sollte es also nach Schottland gehen, in dieses wunderschöne, faszinierende und sehr abwechslungsreiche Land. Die Diakonie Unna bot die Reise an und da wir bisher nur gute Erfahrungen mit diesen Reisen gemacht hatten, stand unser Entschluss, mitzufahren, schon früh fest.

»Der rauhe Norden Großbritanniens gilt als eine der letzten noch unberührten Landschaften Europas. Tiefblaue Seen, rauschende Wasserfälle, Heide bewachsene Hochmoore, sandige Dünen und geschichtsträchtige Burgen und Schlösser. Die Schotten selbst sind ein gastfreundliches, humorvolles und bodenständiges Volk, mit Traditionsbewusstsein und einem ausgeprägten Nationalstolz. Bekannt ist Schottland vor allem für seinen Whisky, aber auch für das unverwechselbare Schottenkaro, den Tartan, und seine Kilts«.

So steht es im Internet und da wollen wir doch mal schauen!

Pünktlich um 8.00 Uhr startete unser Bus in Unna, um über Brügge, wo ein Zwischenstopp geplant war, nach Zeebrügge zu fahren. Dort wartete die Fähre der Reederei P&Q Ferries, die uns in einer Nachtfahrt entlang der englischen Ostküste über die Nordsee bis Kingston upon Hull bringen würde.

Vorher hatten wir in Brügge etwa 2 Stunden Gelegenheit, diese schöne Stadt etwas zu erkunden. Erst ging´s zum Beginenhof, weiter zur Liebfrauenkirche (mit der Madonna von Michelangelo, einem der wenigen seiner Werke, die den Weg von Italien über die Alpen gefunden haben), über den Grote Markt mit dem Belfried, der stolze 83 Meter hoch ist.)


Unten ist der »Belfried« mit den alten Markthallen zu sehen, rechts ein Blick auf den »Olde Markt«.


Natürlich gab es ausreichende Pausen während der Fahrt und selbstgebackener Kuchen und dampfender Kaffee sorgten für unser leibliches Wohl. Gegen 17.30 Uhr erreichten wir Zeebrügge, gingen an Bord der »Pride of York« und bezogen unsere winzig kleinen Kabinen. Die natürlich innen lagen - aber bei unserer Nachtüberfahrt hätten wir sowieso nichts sehen können. Dafür war das Abendessen sehr gut und reichlich.

Eine Gruppe Abiturientinnen und Abiturienten ais Korbach waren auf einer Studienreise nach Irland - als Belohnung für das bestandene Abitur. Wir genossen an Deck - zusammen mit Inge und Herbert - einen wunderschönen Sonnenuntergang. Bei wenig Wind und ruhiger See war das ein echtes Erlebnis, wie der Sonnenball langsam am Horizont im Meer verschwand. Natürlich haben wir dabei eifrig fotographiert.


Ganz langsam versank die Sonne im Meer und vergoldete es dabei...

Gegen 8.00 Uhr erreichen wir den Hafen von »Kingston upon Hull«.

Wenn man nach England fährt, darf man nicht vergessen, die Uhr eine Stunde zurück zu stellen. Wir haben das schon gestern Abend gemacht und so konnten wir, begleitet vom leisen Brummen der Dieselmotoren, halbwegs gut schlafen. Und nach einem typisch englischen »Breakfast« fahren wir um 9.00 Uhr nach ziemlich umständlichem Ausschiffen, aber durchaus angenehmer Temperatur, endlich los. Unser heutiges Ziel ist Glasgow, mit etwa 600.000 Einwohnern Schottlands größte Stadt, aber nicht seine Hauptstadt. (Das ist Edinburgh, wo wir auf der Heimreise 2 Tage sein werden.) Damit liegen heute rund 400 Kilometer vor uns bzw. Toni, unserem Fahrer.

Durch den »Yorkshire Dales Nationalpark« (2 Bilder oben) geht die Fahrt über Leeds, Bradford und Ingleton zum »Lake District«, seit 200 Jahren schon ein Paradies für Wanderer. Wir fahren am größten natürlichen See Englands, dem »Loch Windermere« vorbei. Imposante 17 Kilometer lang, bis 1500 Meter breit, aber mit meist nur 9 Metern nicht sehr tief. Der See zählt zu den wenigen des Landes, bei denen merkliche Gezeiten stattfinden.

In Ambleside machen wir eine Rast mit Kaffee und »Dicken Sauerländern« - Kenner wissen, was gemeint ist (links). Und Zeit für eine Unterhaltung bietet sich bei solch einer Gelegneheit auch (unten). Weiter geht die Fahrt durch den »Lake District« über Carlisle.


Bald ist Gretna Green erreicht und hier bei der »Alten Schmiede« (rechts) machen natürlich Alle ein paar Fotos (unten). Seine Bekanntheit verdankt Gretna Green dem Umstand, dass hier Minderjährige bis 1969 ohne Erlaubnis der Erziehungsberechtigten vom Dorfschmied getraut werden konnten. Heute finden keine Trauungen mehr statt.

Als wir an Lockerbie vorbeifahren, macht Toni uns auf den Anschlag am 21. Dezember 1988 auf eine Boeing 747 durch libysche Geheimdienstler aufmerksam. Bei dem Unglück kamen alle 259 Insassen der Maschine, sowie am Boden elf Bewohner Lockerbies ums Leben. Libyen übernahm die Verantwortung für den Anschlag und zahlte 2,46 Milliarden US-Dollar Entschädigung an die Hinterbliebenen der Opfer.

Bis Glasgow sind es jetzt noch etwa 130 Kilometer, wir fahren deshalb zügig und ohne weiteren Aufenthalt über eine Autobahn. Ich sehe viele Hinweisschilder auf »speed cameras«, die Geräte sehe ich allerdings nicht, sie sind wohl gut getarnt.

Um 18.30 Uhr sind wir an unserem Hotel, einem beängstigend hohen Kasten mit alleine 13 Zimmeretagen. Es ist ein »premier travel inn«; unser Zimmer befindet sich in der 8. Etage. Gegessen wird an langen Tischen, sehr unbequem, aber das Essen und auch das Frühstück am nächsten Morgen waren o.k. Unsere Getränke holen wir uns - wie schon gewohnt - gegen bar am Tresen, jonglieren die vollen Gläser dann geschickt zu unserem Platz.

Am nächsten Morgen, Donnerstag, der 6. September, gesellt sich Anita, unsere deutsch-schweizerisch-schottische Reiseleiterin zu unserer Gruppe (links). Mit Ihr haben wir wieder großes Glück, denn ihr Wissen über das Land und seine Geschichte, die Menschen und deren Sprache ist unglaublich; da bleibt eigentlich keine Frage unbeantwortet - so Fragen überhaupt nötig sind.

Punkt 9.00 Uhr starten wir zunächst zu einer Stadtrund- fahrt. So sehen wir wenigstens etwas von dieser Stadt. Wir sehen (unten links) den George Square und das Rathaus (City Chambers) und (rechts) die Universität, wir fahren durch das Viertel der Tabakbarone, die sich am Turm mit der blauen Uhr trafen, das Denkmal mit dem Einhorn (von einer Frau geschaffen - ein epochales Ereignis) sehen wir rechter Hand. Vorbei an der Victoria- und der Albertbrücke - beide überqueren den River Clyde - der Park zur Linken ist das Georgs Green. Das Gebäude des Scottish Exhibition and Conference Centre (oben rechts) erinnert an das Opernhaus von Sydney.


Ein paar Informationen über Glasgow:
  • Glasgow ist mit rund 600.000 Einwohnern Schottlands größte Stadt, drittgrößte im Vereinigten Königreich und kommt mit den Vororten sogar auf über eine Million Einwohner.
  • Glasgow selbst wurde vom christlichen Missionar Sankt Mungo im 6. Jahrhundert gegründet.
  • Die Geschichte Glasgows ist vage, bis es im 12. Jahrhundert zur Stadt angewachsen war und mit dem Bau der St. Mungo's Cathedral begonnen wurde.
  • 1451 wurde die Universität zu Glasgow - die erste in England - durch päpstliches Dekret gegründet. Anfang des 16. Jahrhunderts war Glasgow zu einem bedeutenden religiösen und akademischen Zentrum gewachsen.
  • Glasgows Position im Zentrum des British Empires machte es zum zentralen Umschlagplatz im Handel mit den britischen Kolonien. Der leichte Zugang zum Atlantischen Ozean erleichterte den Import von amerikanischem Tabak, Handel mit der Karibik erlaubte den Import von Zucker, später kamen Industrie- und Werftbau dazu. Kohle und Eisen aus Lanarkshire, Baumwollindustrie und Textilherstellung machten dann aus Glasgow eine Arbeiter-, aber auch eine der reichsten Städte der damaligen Welt.
  • Die Stadt hat zwei bekannte Fußballvereine, Celtic Glasgow und die Glasgow Rangers.
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Jutta und Christel am Loch Lomond

Unser nächstes Ziel, der Loch Lomond, sollte uns in besonderer Weise beschäftigen. Wir erfahren nicht nur, dass er mit einer Länge von 40 Kilometern der größte See Schottlands ist und dass das gälische Wort Loch = Lake, also See bedeutet. Und während wir das etwas schwermütige Lied »The Bonnie Banks o' Loch Lomond«, gesungen von Moira Kerr hören, erzählt uns Anita die dazugehörende Geschichte.

Das Gedicht Loch Lomond beruht auf einem Brief, den der junge Soldat Donald McDonald of Clan Keppoch an seine Liebste namens Moira nach dem zweiten Jakobitenaufstand von 1745 geschrieben hat, während er im Carlisle Castle auf seine Hinrichtung wegen seiner Beteiligung an diesem Aufstand wartete.

Nicht weniger interessant ist die Geschichte von den künstlichen Inseln im Loch Lomond (links). Frühere Bewohner der Region haben diese Inseln aus Baumstämmen, Flechtwerk und Gras geschaffen und im Laufe der Zeit hat sich diese Mischung so verfestigt, daß bis heute richtige Inseln entstanden. Wir fahren nach einem kurzen Aufenthalt beim Visitors Center bei Balloch am Südende des Sees weiter nach Tyndrum (unten links), wo eine Mittagspause eingelegt wird.

Wir fahren weiter durch die Grafschaft »Argyll« und das Gebiet der »Grampion Mountains«, unser Ziel heute ist Oban. Die Landschaft, durch die wir fahren, zeigt sich uns in ihrer unterschiedlichen Vielfalt. Da gibt es flache, grasbewachsene Flächen, manchmal von kleinen Wasserflächen oder grösseren Seen unterbrochen. Aber auch Berge wie den Ben Coe, der immerhin 1022 Meter hoch ist. Das ist jetzt »Schottland pur« und die 4 Bilder (unten) vermitteln diesen Eindruck recht gut. Wir lernen dabei wieder etwas Gälisch - nämlich daß das gälische Wort für Berg = Ben heißt. Einen runden Bergkegel bzw. eine Bergkuppe nennt man dagegen Meall


Schließlich kommen wir am sog. »Tal der Tränen« - genau Glen Coe - vorbei und Anita erzählt uns von einem der grausamsten Ereignisse der schottisch - englischen Geschichte.

Dieser Ort steht wie kaum ein anderer für eine ungeheure Mordtat der Engländer. Am 13. Februar 1692 führte ein englisches Regiment unter Campbell of Glenlyon den Befehl König William III. aus, an den im Tal lebenden Mac Donalds ein Exempel für alle widerstrebenden Schotten zu statuieren und

»keinen unter 70 am Leben zu lassen«.

Die als Unterhändler aufgetretenen Engländer gehorchten wörtlich und richteten ein Blutbad an. Wer in der Nacht fliehen konnte, erfror draußen im tobenden Schneesturm. Etwa 200 Mitglieder des Clans der Mac Donalds verloren damals ihr Leben.

Was diese Tat noch schlimmer macht war die Tatsache, das die Engländer zuvor noch von den Mac Donalds bewirtet worden waren, wie es die schottische Gastfreundschaft vorschrieb! Und wir bekommen wieder etwas Nachhilfe in Gälisch: Glen nennt man ein enges, Strath ein breites Tal.

"Das Land gewinnt dort, wo man des Leven Sees (Loch Leven) ansichtig wird, einen eigentümlichen Zauber" - so schreibt Theodor Fontane 1858 während einer Schottlandreise. Und so ist es, diese Landschaft lässt dich immer wieder staunen. Aber nicht nur die Landschaft ist es, auch die Geschichte hält viele Überraschungen bereit.

Mitten im Loch Leven, einem Seitenarm des grösseren Loch Linnhe liegt eine Insel, auf der sich eine kleine Burg befindet - Loch Leven Castle, erbaut schon 1335 (oben rechts). Am 16.6.1567 wurde Maria Stuart hier gefangen gehalten und zur Abdankung gezwungen. Die Königin gab nicht auf und es gelang ihr nach 11 Monaten, mit Hilfe des 16-jährigen Sohnes des Schlossherren, die Flucht in einem Fischerboot. Königin aber sollte sie nie wieder werden.

Das noch kleinere Castle Stalker (rechts) hat uns Anita in diesem Zusammenhang leider fälschlicherweise genannt.

Um 16.00 Uhr erreichen wir unser heutiges Tagesziel, den kleinen Ort Oban, »umtriebiger Endpunkt der zerklüfteten Küstenlinie der Lorn Region« - so unser ADAC-Reiseführer. Der gälische Name bedeutet »kleine Bucht« und um eine solche reihen sich die Häuser des Ortes. Von hier starten die Fähren zu den westlichen Inseln - z.B. Mull - und zu den Äusseren Hebriden.

Uns erwartet ein einfaches, nicht mehr ganz neues Hotel (rechts). Mit nur einem kleinen Lift, entsprechend stauen sich die Gäste davor. Ich nehme die Treppe und schleppe unsere Koffer nach oben. Das Abendessen entschädigt uns dann aber für den geringen Komfort - es war ausgezeichnet. Nicht zuletzt auch wegen der sehr freundlichen Bedienung.

Von einer Besonderheit in englischen Hotels muss ich berichten: in den Bädern gibt es - bis auf wenige Ausnahmen - keine Einhandmischbatterien; weder am Waschtisch, noch an der Dusche. Zwei Hähne bedeuten, dass man sich die gewünschte Wassertemperatur immer umständlich einstellen muss. Very British, aber unpraktisch!

Eine andere auffallende Besonderheit in Oban ist hoch über dem Ort MacCaig´s Tower (links). Der Bankier John Stewart MacCaig hatte ihn 1897 in Form des römischen Kolosseums errichten lassen. Angeblich, um die Arbeitslosigkeit in der Stadt zu bekämpfen. Das Bauwerk ist unvollendet geblieben, weil die Erben nach seinem Tod die Arbeiten sofort haben einstellen lassen.

Wir machen mit Ingeborg und Herbert einen Rundgang durch den Ort und am Meer entlang. Mir fallen dabei diese beiden Ampeln auf, die - und das finde ich nun wieder sehr praktisch - in Augenhöhe von uns Fußgängern angebracht sind. Manchmal sind die Engländer schon praktisch veranlagt. Oder sind das eher die Schotten?

Und das Ingeborg und Christel dann am Hafen ein Paar aus Bergkamen treffen und sich eine längere Unterhaltung entwickelt, war so auch nicht vorhersehbar - wir sind schliesslich in Schottland.

Gut ausgeschlafen und nach dem typischen English Breakfast fahren wir am nächsten Morgen - es ist Freitag, der 7. September - los zur nächsten geschichtsträchtigen Station.

Am Nordende des langen, schmalen Loch Shiel ragt das Glenfinnan Monument auf (rechts). An dieser Stelle hatte 1745 Bonnie Prince Charlie eine flammende Rede in fließendem Gälisch gehalten und die schottischen Clanchefs zum Aufstand gegen die verhassten Engländer angestachelt.

Die Figur des unbekannten Highlanders oben auf der Plattform (61 Meter hoch / links) erinnert an Bonnie Prince Charlie und die furchtbare Schlacht von Culloden. Es war die letzte Schlacht zwischen Engländern und Schotten.

Die Engländer metzelten damals die besiegten schottischen Soldaten von Bonnie Prinz Charlie unbarmherzig nieder und kaum einer der Hochländer sah seine Heimat wieder.

Wer war dieser Bonnie Prince Charlie ?
  • Charles Edward Louis Philip Casimir Stuart wurde am 31. Dezember 1720 in Rom geboren, wo er am 31. Januar 1788 auch starb. Berühmtheit erlangte er nach dem Versuch einer Invasion Großbritanniens als Bonnie Prince Charlie (der hübsche Prinz Charlie)
  • Im Alter von nur 14 Jahren nahm er am Polnischen Thronfolgekrieg teil und erlebte im Jahre 1734 die Belagerung von Gaeta. In den folgenden Jahren hielt er sich viel in Frankreich auf, um dort für die Unterstützung der Stuarts zu werben.
  • Ohne das Wissen seines Vaters, aber mit der logistischen Unterstützung Frankreichs stach er am 22. Juni 1745 von Nantes aus mit zwei Schiffen in See, um in Schottland zu landen und den englischen Thron für die Stuarts zurückzugewinnen.
  • Nachdem er gelandet war, stellte er unter den stuart-freundlichen Schotten eine Armee auf. Mit dieser begann er den Zweiten Jakobitenaufstand. Die versprochene Hilfe Frankreichs blieb hingegen aus. Charlie konnte zwar in einigen Gefechten siegen und Edinburgh erobern, doch am 16. April 1746 wurde seine Armee in der Schlacht bei Culloden durch den Herzog von Cumberland, den Sohn König Georgs II., vernichtend geschlagen.
  • Auf seiner anschließenden Flucht irrte er fünf Monate lang kreuz und quer durch das Hochland und über die Inseln. Trotz der Belohnung von 30.000 £, die auf seinen Kopf ausgesetzt war, half die Bevölkerung ihm während seiner Flucht. Charlie wurde versteckt und entkam mit Hilfe der im Hochland auch heute noch als Heldin gefeierten Flora MacDonald in Frauenkleidern. Als Zofe Betty Burke verkleidet, ruderten Beide zu der Insel Skye.
  • Charlie kehrte später nach Rom zurück und starb dort 1788 als Alkoholiker.

Von unserem Busparkplatz aus kann man das Glenfinnan Viaduct sehen. Es wurde zwischen 1897 und 1901 erbaut, ist 38 Meter lang,besteht aus 21 Pfeilern und verbindet die Orte Fort William und Mallaig.

Wofür stehen 6 Wochen Regen ? - Für Urlaub in Fort William - mit diesem Witz erheiterte uns Anita !

Am Glenfinnan Viaduct wurden Szenen viele Filme gedreht, darunter die Harry-Potter-Verfilmungen »Harry Potter und die Kammer des Schreckens«, »Harry Potter und der Gefangene von Askaban«, »Harry Potter und der Feuerkelch« und »Harry Potter und der Orden des Phönix« in denen jeweils der Hogwarts-Express den Viadukt passiert.

Nach diesem kurzen Aufenthalt am Glenfinnan Monument - das neblige, nasskalte Wetter lud nicht gerade zum längeren Verweilen ein - fuhren wir weiter nach Mallaig (obne), wo die Fähre zur Isle of Skye wartete (rechts). Mallaig ist ein kleines sehr abgelegenes Fischerdorf; von hier aus fährt mehrere Male am Tag eine Autofähre zur Insel Skye.

Unterwegs gab es eine typische Verkehrssituation, als uns auf einer dieser Single-Track-Roads ein Lkw entgegenkam. Dessen Fahrer schaltete sofort in den Rückwärtsgang, fuhr etliche Meter zurück und machte uns somit den Weg frei. Der junge Fahrer bekam von uns Standing Ovations!

Von der Isle of Skye - dieser größten Insel der »Inneren Hebriden« - sahen wir recht wenig, weil wir lediglich ein Stück an der Ostküste entlang fuhren und nur einen kurzen Stopp einlegten. Was eigentlich schade war, denn auch dieses Eiland hat viel Landschaft zu bieten, ist sie doch 80 Kilomter lang und 35 Kilomter breit. Allerdings ist der Küstenverlauf der Insel stark eingekerbt. So genannte Sealochs und Buchten greifen so tief ins Hinterland, dass kein Punkt auf der Insel weiter als acht Kilometer vom Meer entfernt ist. So wissen wir wenigsten etwas von dieser Insel.

Das nächste Ziel, das Anita für uns ausgesucht hatte, entschädigte dann für entgangene Wonnen auf Skye. Ich spreche vom Eilean Donan Castle , »Schottlands meist fotographiertes Märchenschloß«, wie der ADAC-Führer schreibt. Die Touristenmassen, die wir antreffen, lassen diese Aussage stimmig erscheinen. Einschliesslich eines schottischen Dudelsackpfeifers - dem ersten, dem wir begegnen.

Die Burg steht auf einer kleinen Insel im Loch Duich und ist nur durch eine steinerne Fußgängerbrücke zu erreichen. Sie wurde schon 1230 erbaut und spielte auch bei den Jakobinenaufständen eine Rolle. Als sie als Garnison von spanischen Truppen genutzt wurde, zerstörten drei englische Fregatten sie im Jahre 1719.

Im Visitors Center gab es die CD »Celtic Soul« von Moira Kerr, die Anita uns am Loch Lomond vorgespielt hatte. Diese und eine CD von »Phil Coulter«, auch mit schottischer Musik, wurden »käuflich erworben«.

Impressionen auf der Weiterfahrt Richtung Ullapool


Bei einem kurzen Stopp in Achnasheen konnten wir diesen Viktorianischen Brückenüber-
gang am Bahnhof bewundern (rechts). Und sahen auch, dass hier die Ortsnamen sowohl in englischer wie auch in gälischer Schreibweise angegeben sind.

Und schon wartet das nächste Highlight auf unsere Gruppe - Corrieshalloch Gorge und die Falls of Measach, die hier rund 50 Meter in die Tiefe stürzen. Was man von einer kleinen Panoramaplattform aus fotographieren kann. Der Weg dorthin ist allerdings etwas beschwerlich.

Aber wenn man die schaukelnde Hängebrücke - nur mit maximal 6 Personen betreten - geschafft hat, schafft man diesen Weg auch noch. Der Blick auf den Wasserfall entschädigt für die kleine Mühe.Die Schlucht ist gut eine Meile lang und 61 Meter tief. Du staunst, wenn du das schmale Flüßchen, den Droma, siehst. Aber diese »Steinmetzarbeit« wurde durch Schmelzwasser von Gletschern erledigt.

Ullapool ist ein kleiner Küstenort im County Ross and Cromarty in Schottland. In den sehr dünn besiedelten westlichen Highlands ist Ullapool mit seinen rund 1.300 Einwohnern die größte Siedlung im Umkreis vieler Meilen - uns zeigt sich dieses Örtchen eher unspektakulär. Was aber auch durchaus an dem schlechten Wetter liegen mag, das uns hier empfängt. Zum kleinen Stadtbummel müssen wir die Regenschirme mitnehmen, denn unser gepflegtes Landhotel liegt weit ab vom Zentrum - wenn man hier von einem solchen sprechen kann.


Ullapool wurde 1788 als Hafen für den Heringfang gegründet. Der Hafen (rechts) ist auch heute noch Mittelpunkt des Ortes und dient gleichermaßen als Anlaufstelle für Fischerboote und Yachten sowie für die Caledonian-MacBrayne-Fähren zu den Äußeren Hebriden.

Heute, am Samstag, dem 8. September (Wecken schon um 5.30 Uhr, Abfahrt um 7.50 Uhr) begrüßt uns Anita zum Frühstück mit einem fröhlichen Matin var, was Guten Morgen auf gälisch heißt. Es ist neblig, es nieselt und ist kalt. Wir verlassen heute die Westküste und fahren quer durchs Land zur Ostküste, über Inverness nach Aviemore. Dabei werden wir die Falls of Shin sehen. Hier rauscht der River Shin, gespeist vom gleichnamigen See - dem Loch Shin - in eine enge Schlucht. Lachse haben wir leider nicht springen sehen, aber Lisa und Christel verpassen beinahe den Bus bei der Abfahrt. Irgendwelche Kleingeldprobleme halten sie beim Verkaufskiosk auf.

Kurz hinter dem kleinen Ort Golspie kommen wir zu einem der prachtvollsten Schlösser Schottlands - Dunrobin Castle, was soviel heißt wie »Festung des Robin«. Mit seinen Türmen, Zinnen und Erkern ist es, besonders von der Gartenseite her, prächtig anzuschauen. Das Schloß ist bis heute der Sitz der Familie Sutherland - das Wort, erklärt uns Anita, kommt von Südland und hat seinen Ursprung bei den Wikingern. Für die war dieses »südliches Land«.

Gerade diese Sutherland-Dynastie wird mit den schlimmsten Auswüchsen der Land Clearances identifiziert. Gewaltsam vertrieben die Landaufseher von Elizabeth Sutherland Ende des 18. Jahrhunderts die Pächter und schreckten auch vor Mord und Totschlag nicht zurück.



Im Schloß fand heute ein Treffen der Dudelsackpfeifer statt. Da konnten wir herrliche Figuren im Kilt bewundern - Männerbeine sind nicht immer zum Zeigen geeignet!! Und wie erklärt man dieses seltsame Gerät, mit dessen nervtötender Musik die Schotten ihre Gegner auch ohne Waffen in die Flucht geschlagen haben sollen? Wikipedia weiß Rat:

»Die Sackpfeife oder der Dudelsack ist ein selbstklingendes Unterbrechungs - Aerophon (Rohrblattinstrument), dessen Luftzufuhr aus einem Luftsack über eine Windkapsel erfolgt. Sie wird von einem Sackpfeifer (Dudelsackbläser) gespielt«.

Na bitte, so einfach ist das!

Bevor wir das Schloß von innen (oben, Fotographieren eigentlich verboten) besichtigen - bzw. die Räume, die nicht von den Dudlern belegt sind - erleben wir im Garten eine Greif- und Eulenvögel Flugvorführung. Leider verstehen wir den Vorführer nicht, weil »alles nur auf Englisch«, wie Jürgen von Manger sagen würde. Aber interessant war es schon und das meist sehr junge Publikum auf den unbequemen Bänken spendete reichlich Applaus.


In Dornoch (Gälisch: Dòrnach) gibt´s noch einmal eine Pause, um ein paar Minuten den schönen Strand zu geniessen. Hier hat die letzte Hexenverbrennung in Schottland stattgefunden: Janet Horne wurde 1727 zum Tode verurteilt. Ein Gedenkstein, der Witch's Stone, erinnert an ihren Tod, auf ihm wird allerdings das Jahr 1722 genannt.

Nachdenklich stimmt uns auch das Denkmal, das wir oben auf einer Bergspitze sehen - die Statue des »Duke of Sutherland«, der sich während der »Highland Clearances« unrühmlich hervorgetan hat (links).

Anita erklärt uns die Galloway Rinder, die heute auf den Weiden an der Strasse zu sehen sind. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden unter den klimatisch und geographisch günstigen Bedingungen Südwestschottlands die Grundlagen für die Zucht dieser Tiere gelegt. Der weiße Streifen am Körper der Tiere zeigt den Menschen an, wo die Mitte des Körpers ist - ist doch praktisch, oder? Anita überrascht uns immer wieder mit solchen "Dönekes".

Spass beiseite, wir müssen weiter. Am Loch Fleet vorbei geht die Fahrt zum Fleet Nature Reserve , einem Refugium für unzählige Vogelarten, u.a. auch arktische Seevögel. Toni fährt hier besonders langsam, denn wir sehen sogar Robben in einiger Entfernung.


Auf unserer weiteren Fahrt fallen die vielen abgeernteten Felder auf, es ist halt Herbst und das ist auch in Schottland nicht zu verheimlichen.

Bevor wir Inverness erreichen, gibt es noch einen Stopp an der »Nigg Old Church«. Sie ist ein besonderes Beispiel für schottische Parish-Kirchen, denn sie besitzt einen alten Friedhof, auf dem neben normalen Grabsteinen auch Keltenkreuze stehen.

Ausserdem besitzt sie einen Piktenstein (unten rechts) aus dem späten 8. Jahrhundert. In ihn sind piktische Symbole ebenso wie christliche eingeschlagen, er vermittelt eine Atmosphäre von Frieden und Tradition.

Nach diesem sehr interessanten Ort geht es weiter nach Inverness, wo wieder ein längerer Halt vorgesehen ist. Das Wort Inverness bedeutet »Mündung des (Flusses) Ness«, so informiert uns Anita. Der Ort und seine Umgebung sind geschichtsträchtig. Auf der Burg von Inverness regierte im 11. Jahrhundert Macbeth, allerdings nicht so grausam, wie von Shakespeare geschildert.

Anstelle seiner Burg steht seit dem 19. Jahrhundert ein repräsentatives Burgschloss auf dem Hügel. Der durch das Great Glen und damit durch Loch Ness führende Caledonian Canal verläuft durch Inverness-shire. Wenige Kilometer östlich liegt das Schlachtfeld von Culloden, wo 1746 die letzte schottisch-englische Schlacht mit einer verheerenden Niederlage für die Schotten endete.

Impressionen aus Inverness


Heute ist es etwas später geworden, wir erreichen unser Hotel in Aviemore erst gegen 18.00 Uhr. Diesmal gibt es aber nun wirklich nichts am Hotel auszusetzen - einschließlich der Einhandmischbatterien.

Aviemore liegt in einem Skigebiet in den Cairngorm Mountains - dem größten Nationalpark des UK - und unser großes Sporthotel bietet in jedem Zimmer eine kleine Nische für die Skier. Hier werden wir also zwei Nächte bleiben, denn es ist ein Ruhetag für Toni vorgesehen.Aso auch für uns Zeit, uns etwas auszuruhen und die Koffer zu richten.

Prosaisch gehe es zu in diesem modernen Wintersportort, meint der ADAC-Reiseführer und dem kann ich eigentlich nur zustimmen. Im Sommer mangelt es dem Ort wirklich an Flair, eine Hauptstrasse quer durch den Ort und das war´s dann.

Halt ! - etwas muss doch erwähnt werden und das ist der kleine Stone circle, ein immerhin 4.400 Jahre alter Steinkreis, der heute in einer modernen Wohnsiedlung am Ortsrand liegt. Und bestimmt bietet die Umgebung des Ortes auch noch mehr Sehenswertes. Dazu müsste man länger hier sein.

Nach einer Information, die Anita um 10.00 Uhr in der Lobby des Hotels gibt, machen wir - das sind Lisa, Ingeborg, Christel, Werner, Herbert und ich - uns am Sonntag, dem 9. September zu einer Wanderung in die Umgebung auf. Es ist kalt, regnet aber nicht und richtig angezogen macht das Laufen auch Spass. Weniger schön ist, daß die zunächst noch vorhandenen Hinweisschilder irgendwann nicht mehr zu finden sind.

Nun macht es wenig Sinn, in einer unbekannten Gegend einfach drauflos zu laufen. So kehren Christel und ich bald um, die Anderen brechen die Wanderung kurz darauf auch ab. Unser Weg führt an einer kleinen Kirche vorbei, in der heute eine Hochzeit stattfindet. Es ist die Scottish Episcopal Church »St. John the Baptist« (links) in Rothiemurchus bei Aviemore.

Ein Teil der Gruppe ist auch mit Bus und Standseilbahn (rechts) auf den Hausberg von Aviemore gefahren. Von dort führt ein Wanderweg wieder runter ins Tal, uns war das aber zu anstrengend. Wir nutzen die Gelegenheit zum relaxen und - ganz wichtig - einer SMS an das Geburtstagskind des Tages, unseren Münsteraner Kommilitonen, den Herrn Duibjohann.

Am nächsten Tag, Montag, dem 10. September werden wir also das sagenumwobene Ungeheuer vom Loch Ness kennenlernen. Anita wäre aber nicht Anita, hätte Sie sich nicht vorher noch eine zusätzliche Attraktion für uns ausgedacht - die Clava Cairns in der Grafschaft Inverness Shire. Clava Cairns sind »endneolithische Megalithanlagen«. Die bekanntesten sind die »Balnuaran of Clava«, die wir heute besichtigen, nicht weit von Culloden.

An diesem friedlichen Ort, in der Nähe des Flusses Nairn, liegen, zwischen hohen Bäumen, diese Steinkreise aus der Bronzezeit. Es waren wahrscheinlich Ganggräber, die durch eine überdachte Öffnung betreten werden konnten.


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Um zu den Clava Clairns zu gelangen, mussten wir von Aviemore aus Richtung Inverness zurückfahren. So sehen wir im Vorbeifahren das Gelände von »Culloden Moor« (links), auf dem im Jahre 1746 die berüchtigte Schlacht von Culloden stattgefunden hat (Culloden Battleway). Ein Gedenkstein (oben) erinnert daran.

Worauf können wir jetzt gespannt sein ? Genau, auf den Loch Ness und seinen bekanntesten Bewohner, nämlich Nessie. Also auf nach Drumnadrochit, mit etwas mehr als 800 Einwohnern nicht gerade groß, aber das Zentrum des »Nessie Tourismus«.

Und tatsächlich erwartet Nessie uns schon und zieht auf dem kleinen Weiher gemächlich seine Runden, unbeeindruckt von den Heerscharen von Fotographen, die sie täglich belagern (rechts).

Ob sie wohl von den 37 Mio. Pfund, die die 2 Millionen Touristen jedes Jahr hier ausgeben, etwas mitbekommt ? Schließlich ist sie es ja, die für diesen Geldregen sorgt.

Egal, wir machen einen kurzen Stopp unten am See und bestaunen diese riesige Wasserfläche.Der See ist 37 km lang, 1,5 km breit und mit 226 Metern (nach anderen Quellen 300 oder sogar 325 Metern) ungewöhnlich tief. Damit ist er nach dem Loch Lomond flächenmäßig der zweitgrößte See Schottlands.

Am Loch Ness



Zwischendurch erfahren wir von Anita, warum englische Autos vorne und hinten farblich unterschiedliche Nummernschilder haben. Die Erklärung ist so einfach wie einleuchtend - damit der Fahrer vorne und hinten unterscheiden kann. Solche Informationen lockern die Gesellschaft natürlich auf. Genauso, wie eine Umfrage an die weibliche Bevölkerung: "Würden sie mit Bill Clinton schlafen?" Anwort "Nie wieder!"

Am Westufer des Loch Ness liegt bei Drumnadrochit das Urquhart Castle, heute eine Ruine. Etwa 1230 erbaut, zählte die Burg zu den größten in Schottland. 1296 wurde sie von den Engländern eingenommen. Die letzte Garnison verließ die Burg 1692, die fortan dem Verfall überlassen wurde.

Wir wurden weder dem Verfall, noch uns selbst überlassen und fuhren nach einem kurzen Fotstopp weiter zu dem nächsten Höhepunkt unserer Fahrt.

Was wäre eine Schottlandreise, ohne wenigstens einmal das schottische Nationalgetränk pro-biert zu haben - den Whisky.

Also auf nach Dalwhinnie, zur höchstgelegenen Whiskydestille Schottlands. Wo man ausschließlich 15 Jahre alten Whiky herstellt. Und wo natürlich nach einer sehr interessanten Führung durch die Produktion auch eine Verkostung nicht fehlen durfte. Aber keine Angst, die angebotene Menge hätte in einen Fingerhut gepasst - ährlich. Schotten eben!

Auf unserer Fahrt zum letzten Ziel der Reise, Edinburgh, fuhren wir durch das Gebiet der Grampian Mountains, die zu den schottischen Highlands gehören. Hier möchte ich mal etwas Geographie und Geschichte einflechten:

Die Highlands, auch Schottisches Hochland (gälisch: A'Ghaidhealtachd) genannt, sind das Gebirge im Norden Schottlands, in Abgrenzung zu den tiefergelegenen Lowlands. Die Highlands werden in die Northwest Highlands und die Grampian Mountains unterteilt.

Entlang des Great Glen (den tektonischen Graben) befinden sich verschiedene Seen, u. a. Loch Ness. Der höchste Berg der britischen Inseln, der Ben Nevis (1343 m) befindet sich in den Grampian Mountains.

Die Highlands waren weniger dem englischen Einfluss ausgesetzt als das Lowland. Dadurch haben sie einen kulturell eigenen Charakter bewahrt. Insbesondere die Klan-Struktur ist in den Highlands teilweise noch lebendig, wird aber auch aus Tourismusgründen bewahrt. Dies und die Produktion von Whisky haben die Highlands weltberühmt gemacht.

Das heutige Erscheinungsbild der Highlands - weite, waldlose und unbesiedelte Flächen - ist weitgehend eine Folge der Highland Clearances, der Vertreibung der ansässigen Bevölkerung in der Zeit von 1762 bis 1884.



Die typische Landschaft der Grampian Mountains


Eine Rast machen wir noch, diesmal zeigt Anita uns die »Spean Bridge Woolen Mill«. Aber nicht, bevor wir uns nochmal gestärkt haben.

Von Dalwhinnie aus fahren wir auf der A 9 nach Süden und kommen am Blair Atoll Castle vorbei (links). Und da gibt es eine Besonderheit, wie Anita uns informiert. Das die ältesten Teile des blütenweissen Schlosses schon aus dem 13.Jahrhundert datieren, ist schon interessant. Das die Burg gut 500 Jahre später entmilitarisiert wurde, auch. Aber das der Duke of Atholl als einziger Brite im Königreich eine Privatarmee betreiben darf, ist der Hammer.

Das Privileg geht auf Königin Victoria zurück. Die 80 Mann starke Truppe unter dem Namen Atholl Highlanders setzt sich aus Angestellten des Herzogs zusammen. Einmal im Jahr, im Mai marschieren die Mannen zur Blair Atholl Parade auf. Einen Tag später finden dann die Blair Atholl Highland Games statt.

Und dann endlich erreichen wir Edinburgh, schon von Weitem sieht man die eigenwillige Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth. Unser Hotel liegt in der Innenstadt an der Princess Street. Etwas schwierig für Toni, hier zu halten, aber für uns natürlich ideal. So können wir von hier aus die Stadt zu Fuß erkunden, was wir heute noch und morgen den ganzen Tag tun werden.

Dazu noch eine geführte Stadtrundfahrt mit dem Bus, so bekommen wir in diesen 1½ Tagen eine ganze Menge dieser mit fast 440.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Schottlands zu sehen. Dazu gibt es hier jetzt eine Bildergalerie mit nur wenigen erklärenden Worten.

Eine kleine Bildergalerie von Edinburgh









Wer hätte denn gedacht, daß es zwischen Schottland und England doch eine Grenze gibt?

Der letzte Teil der Reise beginnt kulinarisch !

Um 9.00 Uhr starten wir in Edinburgh. Nach dem Passieren dieser imaginären Grenze (oben) können wir uns auf das Picknick freuen, das Jutta wieder vorbereitet hat. Eine passende Wiese ist schnell gefunden, die Brote werden geschmiert, die Flaschen geöffnet und bei lebhafter Unterhaltung stürzt sich Jeder auf die guten Sachen.

Und frisch gestärkt - und teilweise auch erleichtert - machen wir uns auf die letzten Kilometer. Melrose Abbey liegt leider zu weit vom Wege ab, den Hadrianswall suchen wir zwar, finden ihn aber nicht. War wohl auch kein großes Interesse vorhanden, weil unbekannt - schade!!
...viele kleine, romantische Straßen

Aber in York gibt es nochmal einen Stopp und Zeit für einen kleinen Stadtbummel. Wobei die Kathedrale für uns im Mittelpunkt steht. Aber die Stadt hat auch einige alte und romantische Straßen zu bieten - ein Halt, der sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Jetzt kommen also die unwiderruflich letzten Kilometer nach Kingston upon Hull , wo es wieder diese umständliche Einschiffung gibt. Diesmal brachte uns die »Pride of Hull« (unten)aufs Festland.

Abends saßen wir dann in gemütlicher Runde zusammen, suchten aber bald schon unsere Kabinen auf. Denn um 6.00 Uhr war die Nacht für uns zu Ende und außerdem mussten wir ja unsere Uhren wieder 1 Stunde vorstellen. Es war also eine kurze Nacht. Um 7.00 Uhr genossen wir dann nochmal ein English Breakfast und um 9.00 Uhr saßen wir wieder in unserem Bus.

Um es kurz zu machen - es war wieder eine zwar anstrengende, aber hochinteressante und schöne Reise in ein faszinierendes Land.